November-Gold | Butternut-Muffins mit Ahornsirup

Herbstgold

 

Ich bin ein Novemberkind.

Was nicht heißt, dass ich trübsinnig veranlagt wäre. Schließlich wurde ich am närrischsten Tag des Jahres geboren. Und weil ich im November Geburtstag habe, schleppe ich auch keine Aversionen gegen diesen armen, als grau und trüb verschrienen Monat mit mir herum.

Außerdem ist er ja zumindest in diesem Jahr viel besser als sein Ruf, der November. Sicher hat er auch seine grauen Phasen. Aber die macht er mit reichlich Gold und überraschend viel Sonnenstrahlen wieder gut. Und wenn nicht: auch Regentropfen können auch wunderschön sein.

 

Hagebutten mit Regentropfen

 

Passend zur goldigen Novemberstimmung gibt es heute ein Rezept für saftig-würzige goldbraune Muffins, die als Krönung mit ebenfalls goldbraunem Ahornsirup getränkt werden. Der milde Butternutkürbis nimmt die Gewürze hervorragend auf und dass man ihn nicht schälen muss, kommt meiner latenten küchentechnischen Faulheit sehr entgegen. Ein absolutes Herbst-Lieblingsrezept!

 

Butternut-Muffins

 

Zutaten für 12 Butternut-Muffins mit Ahornsirup

  • 260 g Butternut-Kürbis, fein gerieben
  • 3 Bio-Eier
  • 170 g brauner Rohrohrzucker
  • 120 g zerlassene Butter, leicht abgekühlt
  • gemahlene Bourbon-Vanille oder Tonkabohne nach Geschmack
  • gemahlene Nelken nach Geschmack
  • Muskat nach Geschmack
  • 150 g Mehl
  • 1 gehäufter TL Backpulver
  • 70 g gemahlene Mandeln oder Walnüsse
  • 50 g getrocknete Cranberries, grob gehackt (alternativ Rosinen)
  • 1 Prise Meersalz
  • 1 TL Zimt
  • gehobelte Mandeln und Demerarazucker zum Bestreuen
  • Ahornsirup Grad C zum Bestreichen

 

Butternut-Muffins

 

Den Backofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Die Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Zerlassene, abgekühlte Butter und die Gewürze dazugeben. Dann das Mehl und die gemahlenen Mandeln oder Walnüsse gerade so lange unterrühren, bis sich feuchte und trockene Zutaten verbunden haben. Dann den Butternut-Kürbis und die Cranberries unterheben.

Den Teig in Muffinförmchen füllen und mit Demerarazucker und gehobelten Mandeln bestreuen. Im Ofen für 20 bis 25 min backen.

Die noch warmen Muffins mit Ahornsirup glasieren … und schon mal eine anbeißen. Wobei es sich lohnt, nicht alles direkt aufzuessen. Wenn die Muffins eine Nacht durchgezogen sind, schmecken sie nämlich noch besser.

 

Butternut-Muffins

 

Butternut-Muffins

Bunte Blätter und Marzipan-Apfelkuchen.

Tortenständer Virginia Casa Corona grau

Sollte einer von euch schon den Apfel(kuchen)-Overkill haben, tut es mir aufrichtig leid.

Aber um Äpfel und Apfelkuchen kommt ihr auch bei mir nicht herum. Denn ich liebe Äpfel. Und Apfelkuchen und Herbst gehören für mich einfach untrennbar zusammen.

Sobald ich die leichte Trauer über den vergangenen (in diesem Jahr eigentlich kaum stattgefundenen) Sommer überwunden habe, liebe ich auch den Herbst. Die offensichtlichen Anzeichen von Vergänglichkeit – wie hier in diesem herbstlichen Garten – haben ihren ganz eigenen Reiz.

Nachdem wir uns mit diesem kleinen Herbstspaziergang Appetit gemacht haben, geht es ran an den Apfel-Marzipankuchen.

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Apfel-Marzipan-Kuchen
für eine 20 cm Springform

  • 400 g säuerliche Äpfel
  • Saft einer halben Bio-Zitrone
  • 1-2 EL Calvados
  • Zimt
  • 100 g Marzipan-Rohmasse
  • 175 g weiche Butter
  • 150 g Zucker
  • Gemahlene Bourbon-Vanille
  • 1 Tropfen Bittermandelöl
  • 4 Eier (Größe M)
  • 180 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 70 g gemahlene Mandeln + etwas mehr zum Ausstreuen der Backform
  • Zimt + Demerarazucker zum Bestreuen

Springform mit Butter einfetten und mit gemahlenen Mandeln ausstreuen. Den Backofen auf 175° C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.

Einen kleinen Apfel beiseite legen. Der wird später oben auf dem Kuchen platziert. Die restlichen Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. In einer Schale mit Zitronensaft, Calvados, Zimt und etwas Zucker vermischen und durchziehen lassen.

Die Butter in einem Topf erwärmen und bei milder Hitze schmelzen lassen. Marzipan in kleine Stücke schneiden, hinzufügen und mit der Butter zu einer möglichst homogenen Masse verrühren. Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen und in die Rührschüssel geben.

Die Eier nach und nach unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und unterrühren. Zum Schluß die Mandeln und die Apfelstücke unterheben. Den Teig in die Springform geben. Den zurückgelegten Apfel schälen, entkernen, in Schnitze schneiden und ringförmig auf dem Kuchen drapieren. Dann das ganze noch mit etwas Demerarazucker und Zimt bestreuen und dann im Ofen auf dem mittleren Rost 45-50 Minuten backen.

Auch zu diesem schönen Herbstkuchen macht sich frisch geschlagene Sahne ausgesprochen gut 🙂

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Der außerordentlich hübsche Tortenständer ist übrigens auch von Home of Cake. Das Baby wird von der itialienischen Manufaktur Virginia Casa in Handarbeit hergestellt und heißt Corona. Ein passender Name für diese Krönung der Kaffeetafel. Ich liebe die Farbe und die Anmutung von Patina an den Kanten und Verzierungen. Einfach phantastisch!

Wie in meinem letzten Post schon erwähnt, wird Home of Cake auch auf der eat & style in Köln am nächsten Wochenende (24. bsi 26.10.) präsent sein. Wer kann, sollte die Gelegenheit nutzen, all die Schätzchen mal live zu bestaunen.

Vielleicht treffen wir uns ja per Zufall?
Ich bin die Blondine, die sich wiedermal nicht zwischen all den hübschen Dingen entscheiden kann und am liebsten alles mitnehmen würde 😉

Tortenständer Virginia Casa Corona grau

Macadamia-Schoko Cookies mit Fleur de Sel

Cookies

 

Besser spät als nie.

Es ist nämlich schon eine Weile her, dass mich die liebe Christine von Little Red Temptations zur Gewinnerin kürte und mir etwas später dieses sehr nette Cookie-Backbuch nebst Backform ins Haus flatterte.

Natürlich habe ich mich umgehend per Mail bedankt. Aber ein anständiger Foodblogger sollte sich auch noch anders bedanken. Selbstvertsändlich mit einem netten Cookie-Post. Und voilà, hier ist er. Spät, aber immerhin.

Die schokoladig-nussig-salzigen Cookies sind Seelenfutter par excellence und passen damit perfekt zum nahenden Herbst. Allerdings muss ich euch vorm Nachbacken ausdrücklich warnen: Sie haben hohes Suchtpotenzial. Aber was erwartet man auch von einem Cookie, das drei gleich genussbewusstseinserweiterende Substanzen enthält. Schokolade + Fleur de Sel + Macadamias = Suchtgefahr. So isses.

 

Cookies

 

Macadamia-Schoko-Cookies mit Fleur de Sel

Zutaten für 16 Cookies

70 g Zartbitterschokolade (70% Schokolade oder die 50% mit Fleur de Sel von Lindt)

100 g Macadamia-Nüsse

100 g weiche Butter

175 brauner Rohrohrzucker

1/2 TL gemahlene Vanille

1 Prise Meersalz

1 Ei (Größe L)

230 g Weizenmehl

1 Prise Backpulver

Fleur de Sel zum Bestreuen

 

Alle Zutaten abwiegen und in Schälchen bereithalten. Schokolade und Macadamianüsse grob hacken. Ofen mit Backblech auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Butter mit Zucker, Vanille und Meersalz verrühren. Ei dazugeben und alles schaumig schlagen. Mehl und Backpulver mischen und nach und nach in die Teigmasse geben. Zuletzt Schokolade und Nüsse mit einem Löffel in den Teig einrühren. Ein paar Macadamiastück beiseite legen.

Jeweils einen gut gehäuften Esslöffel Teig zu einer Kugel formen. Wer’s gern exakt hat: ca. 40 g ist die perfekte Teigmenge pro Cookie. Lacht mich aus, aber ich wiege das tatsächlich ab.

Kugel in die Cookie-Backform oder auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech legen und besonders an den Rändern leicht flach drücken. Mit etwas Fleur de Sel bestreuen und die restlichen Macadamiastücke darauf platzieren. Dann im unteren Drittel des Ofens etwa 12 Minuten backen.

Anschließend 10 Minuten abkühlen lassen … und dann sind sie zum Genuss freigegeben.

 

Die dem Buch beiliegende Cookie-Backform ist übrigens nett, aber aus meiner Sicht fakultativ. Man bekommt auch ohne sie super Cookies hin und für mein fotografisches Auge sehen die irgendwie besser aus. Weil hausgemachter.

Viel Spaß beim Nachbacken und ein schönes langes Wochenende!

Cookies

 

 

Cookies

 

Beerig-locker-leicht: Aprikosen-Buttermlich-Muffins mit Erdbeeren und Mandeln

Erdbeer-Aprikosen-Muffins

Ihr Lieben, ich bin gerade ziemlich Oberkante-Unterkante. Seid mir also bitte nicht böse, wenn ich auf meinem Blog durch Post-Faulheit und auf euren Blogs gerade durch weitgehende Like- und Kommentarabwesenheit glänze. Es ist kein Desinteresse, sondern schlichter Zeitmangel. Aber das wird auch wieder besser, versprochen.

Aber dieser Post hier muss jetzt dann doch sein.

Erstens sind die Fotos schon lange gemacht und das Rezept muss raus, solange es noch lecker heimische Erdbeeren gibt.

Zweitens habe ich Sarah vom Knusperstübchen vollmundig die Teilnahme an ihrem Blogevent angekündigt – und Tataaa: Hier ist mein beerig-fruchtig-leichter Beitrag zur ausgewogenen Ernährung am sommerlichen Kaffeetisch.

 

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Drittens hat mich WordPress gestern mit einer Gratulation zum ersten Blog-Geburtstag überrascht. Aha, ein Jahr ist das schon wieder her? Na denn, noch ein Grund, wenigstens ein paar Muffins aufzutischen, wenn ich schon keine spektakuläre Geburtstagstorte an den Start bringe.

Die Muffins tummeln sich übrigens auf der kleinen weißen Schwester von Sarahs Hautgewinn – einer wunderhübschen Tortenplatte von Virginia Casa, die in einer kleinen italienischen Manufaktur hergestellt wird und bei Home of Cake, einem supernetten Online-Store, zu haben ist.

Aber jetzt genug der (unbezahlten) Werbung und zurück zum Gebäck:

Obwohl ich niemals von irgendwas irgendwelche Light-Versionen kaufen würde und um jegliche auf fettarm getrimmte Lebensmittel einen großen Bogen mache, finde ich was Leichtes im Sommer doch ganz angenehm.

Wie zum Beispiel diese wunderbar fluffigen Muffins, die von einem Frühstücks-Muffin-Rezept von Annie Quinn Davies inspiriert sind. Sie macht ihre Muffins mit Erdbeeren und Äpfeln. Aber das geht für mich persönlich irgendwie gar nicht. Erdbeeren gehören für mich zum Anfang des Sommers und Äpfel ganz eindeutig zum Ende. Aber Erdbeeren und Aprikosen sind ein tolles Paar – sowohl sommer-emotional als auch geschmacklich.

Außerdem habe ich die 180 ml Wasser in Annies Rezept durch Buttermlich ersetzt. Wasser im Kuchen, das geht noch viel weniger als eine Paarung von Erdbeeren und Äpfeln. Die Buttermlich ist immer noch sehr leicht, aber verleiht den Muffins eine leicht säuerliche, frische Note.

Sonst ist das Rezept – wie alles von Annie – ziemlich perfekt und ergibt ein Paket locker-leichter Muffins, die sich in einer luftdichten Dose auch gut ein paar Tage halten. Und die Äpfel und der Zimt aus Annies Original-Rezept kommen auch noch zum Zuge, denn die Herbst-Version dieser Muffins habe ich quasi schon im Hinterkopf gespeichert.

Aber jetzt ist erst einmal die Sommer-Version dran:

Erdbeer-Aprikosen-Muffins

 

Erdbeer-Aprikosen-Muffins

 

Aprikosen-Muffins mit Erdbeeren und Mandeln
(ergibt 12 Muffins)

185 g Weizenmehl

3 TL Backpulver

65 g gemahlene Mandeln

130 g Zucker

1 kräftige Prise Salz

1 TL Vanilleextrakt oder gemahlene Bourbon-Vanille

180 ml zimmerwarme Buttermilch

120 g Butter, zerlassen und abgekühlt

2 Bio-Eier, leicht verquirlt

6 Aprikosen, klein gewürfelt

12 Erdbeeren, entkelcht unf geviertelt

50 g Mandelblättchen

1-2 EL brauner Rohrzucker

 

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Ein 12er Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Mehl, Zucker, gemahlene Mandeln, Backpulver und Salz in einer Schüssel gründlich mischen. In einer zweiten Schüssel den Vanilleextrakt/das Vanillepulver, die zerlassene Butter, das Ei und die Buttermilch  verrühren. Die flüssigen Zutaten zu den trockenen Zutaten geben, mit einem Holzlöffel vermischen und dann behutsam die Aprikosen unterheben. Den Teig gleichmäßig auf die Muffinförmchen im Blech verteilen. Sie sollen etwa zu drei Vierteln gefüllt sein.

Auf jeden Muffin 4 Erdbeerviertel legen, diese mit Mandelblättchen und braunem Zucker bestreuen. 25 bis 30 Minuten im Ofen backen, bis ein mittig in ein Muffin gestochenes Holzstäbchen sauber wieder herauskommt.

Erdbeer-Aprikosen-Muffins

 

Erdbeer-Aprikosen-Muffins

Diese Sommerversion lässt sich natürlich prima abwandeln – zum Beispiel mit Himbeeren oder Brombeeren.

 

 

 

Rote Früchtchen mal herzhaft: Erdbeer-Vinaigrette

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Manchmal begreift man erst Jahre später, wie gut man es hatte.

Zum Beispiel ich in Sachen Erdbeeren.

Meine Eltern hatten früher in ihrem Garten ein paar Erdbeerbeete mit ziemlich guter Performance. So konnte ich während der Saison immer reichlich leckere Erdbeeren naschen und es gab Erdbeertorten, Erdbeer-Knietsch, Erdbeer-Quark und alles mögliche andere Erdbeerige bis zum Abwinken. Und das quasi zum Nulltarif. Mir wäre auch im Traum nicht eingefallen, mir Gedanken über Herkunft, Anbaumethoden, Pestitzidbelastung oder das Aroma zu machen. Schließlich wuchsen die Beeren ja vor meiner Nase, die Pflanzen kamen nur mit ganz natürlichem Dünger in Berührung und geerntet wurden nur reife, tiefrote Früchte, die immer ein gutes Aroma haben .

Das war alles so selbstverständlich für mich, dass ich es gar nicht richtig schätzen konnte.

Jetzt habe ich zwar einen eigenen Garten, aber der eignet sich leider nicht so gut für den Erdbeeranbau. Wobei „nicht so gut“ maßlos untertrieben ist. Sofern man nicht ein Herz für Nacktschnecken hat und Erdbeeren extra für die Schleimmonster anbauen möchte. Ich persönlich bin kein Nacktschnecken-Fan und die Biester haben mir schon so viele Pflanzen ruiniert, dass ich einfach mal auf die leidgeprüften Nachbarn gehört und das mit den Erdbeeren sein lassen habe.

Also muss ich Erdbeeren jetzt kaufen und weiß endlich zu schätzen, wie gut ich es damals hatte.

Was ich angesichts der begrenzten Verfügbar auch mehr zu schätzen gelernt habe, sind natürlich die Erdbeeren selber.

Und obwohl ein einfaches puristisches Schälchen frischer Erdbeeren ganz klar zu meinen Favoriten gehört, gehe ich auch etwas kreativer mit den roten Früchtchen um. Letztes Jahr war die orgasmische Erdbeer-Basilikum-Pfeffer-Eiscreme à la Annie Quinn Davis der große Wurf (die habe ich kürzlich wieder gemacht und finde sie nach wie vor umwerfend).

Dieses Jahr habe ich zum Beispiel Erdbeer-Vinaigrette für mich entdeckt, die ein wunderbar fruchtiges Aroma an leichte Sommersalate, aber auch an passendes Fleisch oder Mozzarella zaubert – und außerdem im Handumdrehen zubereitet ist. Angefixt war ich ja schon durch das Rezept in der „Einfach hausgemacht“, aber so richtig zum Nachmachen überzeugt hat mich im Restaurant dann ein Carpaccio mit Rucola, Erdbeervinaigrette, Pesto Genuese und Parmesan.

Wie immer war ich selbstverständlich nicht in der Lage, das Originalrezept unmodifiziert zu lassen.

 

Erdbeer-Vinaigrette

 

Hier ist meine Version der Erdbeer-Vinaigrette
(reicht für 2 große Portionen Blattsalate)

• etwa eine Handvoll Erdbeeren

• 1 EL weißen Balsam-Essig

• 1 EL gutes Olivenöl

• frisch gemahlenes Meersalz

• frisch gemörserter grüner Pfeffer

• 3 bis 4 Basilikumblätter, leicht zerrupft

 

Die Zutaten einfach im Mixer oder mit einem Stabmixer pürieren und fertig ist die Erdbeer-Vinaigrette. Wenn ihr mehr Vinaigrette braucht, müsst ihr euch an die benötigte Essig- bzw. Ölmenge herantasten. Lieber erst einmal etwas weniger und dann ggf. aufstocken. Schließlich soll die Vinaigrette ja in erster Linie nach Erdbeere schmecken.

Getestet habe ich die Vinaigrette schon mit Blattsalaten, zu besagtem Carpaccio und mit Hähnchenbrust – alles harmoniert prächtig mit dem Erdbeeraroma!

Also dann auf zum Markt (oder in den Garten) … und ein wunderschönes Wochenende euch allen!

 

Erdbeer-Vinaigrette

 

 

Rosarote Versuchung: Rhabarber-Sirup

Hausgemachter Rhabarbersirup

 

Nein, ihr Lieben, so schnell hört es hier nicht auf zu rhabarbern. Dafür ist der Rhabarber zu lecker und die kurze Saison muss genutzt werden. Schließlich bekommt der Rhabarber gerade ernsthafte Konkurrenz von der nächsten roten und viel süßeren Kandidatin: der Erdbeere.

Aber Rhabarber kann natürlich auch verführerisch süß sein. Alles eine Frage der Zuckerzugabe, wie dieser göttlich aussehende und himmlisch schmeckende Sirup nach einem Rezept von Nicole Stich beweist. Ich finde ihn am besten mit Prosecco, aber mit eiskaltem prickelnden Mineralwasser und einer Scheibe Zitrone ist er auch nicht zu verachten. Oder auf selbstgemachtem Vanille-Eis oder, oder, oder …

 

Hausgemachter Rhabarbersirup

 

Rhabarber-Sirup
(ergibt etwa 500 ml Sirup)

• ca. 650 g Erdbeer-Rhabarber (es sollten nach dem Putzen 500 g Fruchtfleisch sein)

• 250 g Zucker

• 3 Päckchen Vanillezucker

• Saft von 1/2 Zitrone

• gut verschließbare, sterilisierte Flaschen

 

1. Rhabarber waschen, putzen und in fingerdicke Stücke schneiden. Mit 1/4 Liter Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze in etwas 10 Minuten zu einem weichen Mus kochen. Durch ein feines Sieb gießen und den Saft auffangen, die Rhabarberstückchen mit einer Schöpfkelle vollständig auspressen.

2. Den Rhabarbersaft zurück in den Topf geben, Zucker, Vanillezucker und Zitronensaft hinzufügen und alles unter gelegentlichem Rühren weitere 5 Minuten köcheln lassen.

3. Rhabarbersirup direkt heiß in die Flaschen füllen, gut verschließen und nach dem Abkühlen kühl und dunkel aufbewahren. Geöffnete Flaschen unbedingt in den Kühlschrank stellen und innerhalb weniger Tage aufbrauchen, was aber kein Problem darstellen sollte 😉

Also denn: Prost auf ein schönes rosarotes Wochenende 🙂

 

Rhabarber-Sirup

 

 

 

 

 

 

Fluffig-fruchtig: Rhabarber-Vanille-Kokos-Muffins mit saurer Sahne

Angesichts der kreativen Feuerwerke, die hier in der Foodblogosphäre explodieren – ich sage nur: Sarah’s Erdbeertorte – traue ich mich ja kaum, hier ein schlichtes Muffin-Rezept zu präsentieren.

Aber angesichts der Komplexität der Welt bin ich doch sehr für Komplexitätsreduzierung bei meinem Wochenendgebäck. Soll heißen: alles, was schnell und einfach geht und außerdem noch super schmeckt, ist meins. Den TortenbäckerInnen zolle ich Bewunderung und warte auf diverse Café-Eröffnungen, wo ich die Wunderwerke dann ganz stressfrei genießen kann.

Inzwischen gibt’s zum Beispiel Rhabarber-Vanille-Kokosmuffins, die wirklich ganz schnell gemacht sind und herrlich fluffig-fruchtig-vanillig schmecken. Es versteht sich von selbst, dass die von mir in der kommenden Beerensaison noch zu diversen Himbeer- und anderen Törtchen abgewandelt werden. Und by the way: Wer kein Kokos mag, ersetzt die Kokosflocken einfach durch Mehl.

Rhabarber-Muffins

 

Rhabarber-Vanille-Kokosmuffins mit saurer Sahne
(für 12 Stück)

• 350 g Erdbeer-Rhabarber, gewaschen und geputzt
• 120 g weiche Butter
• 120 g Zucker
• 1 Ei
• 300 g saure Sahne (alternativ bringen 200 g Schmand + 100g Buttermilch auch ein gutes Ergebnis)
• Vanille-Essenz nach Geschmack oder 2 Päckchen Vanillezucker (es soll vanillig werden!)
• 200 g Mehl
• 50 g Kokosraspel
• 2,5 TL Backpulver
• 0,5 TL Natron
Salz

Puderzucker zum Bestäuben

Rhabarber

 

Rhabarber (dünne, rote Stangen sind am besten) in finderdicke Stücke schneiden und mit etwas Zucker vermischen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Papierförmchen in das Muffinblech setzen oder die Vertiefungen einfetten.

Die Butter mit dem Zucker in einer Rührschüssel schaumig schlagen. Ei, saure Sahne und Vanillezucker/-essenz untermischen. Das Mehl in einer anderen Schüssel mit Kokosraspeln, Backpulver, Natron und einer Prise Salz vermischen. Die Mehlmischung unter die Butter-Sahne-Masse geben und nur so lange verrühren, bis alle Zutaten feucht sind. Dann die Hälfte des Rhabarbers unterheben.

Den Teig maximal drei Viertel hoch in die Vertiefung der Muffinform füllen. Dann die restlichen Rhabarberstücke auf dem Teig verteilen und leicht eindrücken. Eventuell mit noch etwas Zucker bestreuen.

Die Muffins im Backofen auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten goldbraun backen. Aus dem Backofen nehmen und etwa 5 Minuten ruhen lassen.

Dann aus der Form nehmen, mit etwas Puderzucker bestäuben und am besten schon mal einen probieren.

 

Rhabarber-Muffins

 

Rhabarber-Muffins

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Süß-saure Träume #1: Rhabarber-Marzipan-Tarteletts

Ich liebe Rhabarber.

Obwohl er ja eigentlich ein Gemüse ist, sehe ich ihn als das erstes „Obst“ des Frühlings. Vermutlich liegt darin auch der große Reiz dieses Gemüse-Obsts– und natürlich in seinem säuerlich-frischen Rhabarbergeschmack.

Ganz besonders liebe ich natürlich den roten Erdbeer-Rhabarber.

Rhabarber

Rhabarber

 

Er sieht schon so im Rohzustand wunderschön aus. Und die Farbe des Sirups, den man daraus kochen kann, ist schlicht umwerfend. Aber dazu kommen wir später.

Mein erster Freiland-Rhabarber dieses Jahres ist nämlich in Rhabarber-Tarteletts gelandet – einer leckeren Kombination aus knusprigen Streuseln und süß-saurem Erdbeer-Rhabarber. Das Marzipan schmeckt man übrigens kaum raus, aber es trägt zu einer guten Teig-Konsistenz bei und rundet den Geschmack hübsch ab.

Rhabarber-Törtchen

 

 Rhabarber-Marzipan-Tarteletts
(für 6 Tartelett-Formen mit 10 cm Durchmesser)

Teig:
50 g gekühlte, grob geraspelte Marzipan-Rohmasse
150 g Mehl
90 g Butter
50 g Zucker
1 Prise Salz
1 Eigelb

Füllung:
200 g Crème Fraiche
2 Eier
110 g Zucker
Vanillezucker
1 EL Speisestärke
500 g Erdbeer-Rhabarber, in kleine Stücke geschnitten

Streusel:
50 g gekühlte, grob geraspelte Marzipan-Rohmasse
80 g Mehl
40 g Zucker
40 g Butter

Für den Teig alle Zutaten verkneten. Den Teig zur Kugel formen, in Frischhaltefolie verpacken und für 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen. Dann den Teig ausrollen, aufteilen und in die Förmchen drücken. Ich nehme am liebsten beschichtete Förmchen mit Hebeboden. Da bekommt man jedes Backwerk sehr leicht wieder heraus.

Für die Füllung Creme Fraiche, Eier, Zucker, Vanillezucker und Stärke glatt rühren.

Für die Streusel alle Zutaten zuerst mit einer Gabel zu einem bröseligen Teig verrühren und dann eventuell noch mit den Händen nacharbeiten, um schöne Streusel anzuformen.

Backofen auf 180°C (Umluft 160°C) vorheizen. Die Törtchenformen mit dem Teig zuerst 12 bis 15 Minuten blind backen. Dann die Cremefüllung, den Rhabarber und zum Schluss die Streusel auf den Törtchen verteilen und nochmals 25 Minuten backen.

Auskühlen lassen, aus der Form nehmen und mit Puderzucker bestreuen.

Rhabarber-Tarteletts

 

Da ich nur 4 Tartelett-Förmchen à 12 cm Durchmesser hatte, ist bei mir Füllung und Rhabarber übrig geblieben. Also habe ich aus den Resten noch einen schnellen Rhabarber-Auflauf gezaubert: Creme und Rhabarber in feuerfeste Förmchen füllen und im 2. Gang mit den Tarteletts mitbacken. Der Auflauf schmeckt warm und kalt.

Rhabarber-Auflauf

 

 

 

 

 

Handliche Osterklassiker: Mini-Möhren-Gugl

Angesichts von Extravaganzen wie im Ei gebackenen Osterküchlein, halte ich hier tapfer die Fahne des Bodenständig-Unkomplizierten hoch und zaubere keinen tieffliegenden handgedrechselten Osterhasen, sondern nur einen Oldschool-Osterklassiker in innovativer Größe aus dem Hut:

Mini-Möhren-Gugl.

Wobei es eigentlich eher Medium-Möhren-Gugl sind. Die echt kleine Mini-Gugl-Größe à Chalwa Heigl stellt meine ohnehin nicht riesengroße Küchengeduld nämlich schon arg auf die Probe. Die Dimensionen sind mir eindeutig zu homoöpathisch und das Getüddel beim Befüllen der Förmchen überschreitet deutlich meine Nerv-Schwelle. Ich mag ja kleine Kuchen, aber so ein bisschen handfest dürfen sie schon sein. Da sind die mittelkleinen Gugl einfach ideal. Hübsch anzusehen, praktische Portionsgröße und gut in der Handhabung. Also sind bei meinem kürzlichen Besuch im Kölner Kochhaus auch 6 schnuckelige Blech-Gugl-Formen der ca. 120 ml-Gewichtsklasse im Einkaufskorb gelandet.

 

Möhren-Gugl

Zum klassischen, karotten-haselnuss-basierten Möhren-/Karotten-/Rüblikuchen muss ich wohl nichts mehr sagen. Der ist einfach immer wieder kernig-saftig-lecker. Während des Backens – also ein wenig spät – kam mir nur die Idee, dass der ganze Spaß mit gerösteten Haselnüssen wahrscheinlich noch besser schmeckt. Hat das schon mal jemand probiert?

Was mir immerhin noch rechtzeitig vorm Verzehr des Kuchens zuzwinkerte, war die Flasche mit dem Frangelico. Man kann ihn in den Teig kippen (was fast zu schade ist), den fertigen Kuchen damit bepinseln, ihn einfach, wie es sich für einen Likör gehört, zum Karotten-Haselnuss-Gugl trinken oder alles zusammen. Es passt auf jeden Fall wunderbar.

 

Rezept für Mini-Möhren-Gugl
(reicht für 6 ca. 120 ml Gugl-Förmchen):

1 Bio-Zitrone
150 g Haselnusskerne, gemahlen
150 g Möhren
2 Eier
1 Eiweiß
150 g Zucker
Vanillezucker
70 g Mehl
3 TL Backpulver
Salz
abgeriebene Tonkabohne nach Geschmack

Geschmolzene Butter für die Förmchen

Ofen auf 200°C vorheizen. Förmchen mit der geschmolzenen Butter einpinseln. Damit erreicht man am besten alle Vertiefungen der Gugl-Formen.

Zitrone heiß waschen, abtrocknen und Schale abreiben. Eine halbe Zitrone auspressen. Möhren schälen, fein raspeln und mit dem Zitronensaft beträufeln.

Die Eier trennen. Eigelbe mit Zucker, Vanillezucker, Tonkabohnenabrieb, Zitronenschale und je einer Prise Salz und Zimt schaumig schlagen. Möhren und Nüsse unterrühren. Eigelbe steif schlagen.

Mehl mit dem Backpulver vermischen, auf die Eimasse sieben und mit einem Löffel unterrühren. Dann den Eischnee vorsichtig unterheben. Den Teig in die Förmchen füllen und die Gugl im Backofen auf der mittleren Schiene ca. 15 bis 20 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen, auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Für die Dekomöhrchen kann man die fertigen von Dr. Oetker nehmen. Leider erfreuen die den Gaumen eines Marzipanliebhabers mal gar nicht. Alternative: Möhrchen aus Marzipan-Rohmasse und Lebensmittelfarbe selber bauen. Dafür braucht man ca. 100 g Rohmasse, orange und grüne Lebensmittelfarbe sowie minimale Begabung im Kneten irgendwelcher Dinge. Aber Möhrchen sind ja eine einfache Übung 😉

 

 

Möhren-Gugl

 

 

Möhren-Gugl

Sollte das Wetter zu Ostern doch noch picknicktauglich werden, sind die kleinen Gugl natürlich auch toll zum Verzehr im Grünen geeignet. Aber passt bloß auf, das euch der Osterhase, Nachbars Hund oder andere naschhafte Tierchen die leckeren Dinger nicht wegschnappen!

Mir ist sowas mal mit einem Schokoladenosterhasen passiert, den ich für den Liebsten versteckt hatte. Der Arme stand gerade mal 5 Minuten allein unterm Busch und schon wurde er offensichtlich von einer Horde Mäuse überfallen, umgeworfen und ordentlich am Ohr benagt.

Also immer dran denken: Süßes draußen essen ist schön, aber gefährlich 😉

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Ich wünsche euch wunderschöne Ostern

… und kündige für nach Ostern schon mal massig rosarote Köstlichkeiten an. Bei mir rhabarbert es nämlich schon ganz mächtig, seit ich letzte Woche die erste Freilandware des Jahres erbeutet habe.

 

 

Gelb kommt auch gut: Zitronenküchlein

Ich habe einen klaren Hang zur Serientäterin.

Bloß gut, dass ich über null kriminelle Energie verfüge, sondern diesen Hang ganz und gar harmlos auslebe. Na ja, ganz harmlos ist er nicht immer. Gelegentlich schadet er nämlich meinem Kontostand. Wenn mir zum Beispiel eine Jacke oder Hose oder ein Shirt oder ein Paar Schuhe so gut gefällt, dass ich neben der „Initialversion“ dringend noch mindestens zwei oder drei andere Farbvarianten davon brauche.

Manchmal passiert mir das auch beim Kochen oder Backen.

So stellte sich mir kürzlich die Frage, ob statt Orange nicht auch Gelb oder gar Grün ganz gut käme. Genauer gesagt: Nach dem Verzehr des ersten genialen Orangenküchleins, lief in meinem Kopf das übliche Programm ab: ‚Wow, ist das gut. Wie es wohl mit Zitrone oder gar Limette schmeckt?‘

Was die Zitronen betrifft, kann ich einen erfolgreichen Test melden. Der Kuchen schmeckt natürlich anders als das Orangenoriginal, aber auf zitronige Weise ebenso so gut. Und die Zitronen riechen beim Kochen nicht so sockig wie die Orangen 😉

Und da es ja schon liebe Mitblogger gibt, die sich dezent über meine Kuchen-im-Glas-Manie amüsieren, habe ich kürzlich die Laden gewordene Versuchung jedes Foodbloggers aka Kölner Kochhaus aufgesucht und mich mit neuen Förmchen ausgestattet. Jawoll, liebe Natalie – den Zitronenkuchen gab’s nicht im Glas 😉

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Hier kommt also der Orangenkuchen in Gelb:

Fruchtig-saftige Zitronenküchlein
(für 4 Weckgläser à 250 ml oder 5 ca. 200 ml Küchleinformen oder eine 20 cm Springform)

• 4 Bio-Zitronen
• 200 g gemahlene Mandeln
• 180 g Zucker
• 1 Packung Vanille-Zucker
• 1 Prise Salz
• 1/2 TL Backpulver
• 4 Eier
• ein großer Schuß Limoncello (optional)
• weiße Kuvertüre

Die Zitronen heiß waschen, zwei Stück im Ganzen (inkluisve Schale!) in einem
kleinen Topf knapp mit Wasser bedecken und bei schwacher Hitze zwei Stunden köcheln.
Herausnehmen und abkühlen lassen.

Den Backofen auf 150° C Umluft vorheizen.

Die gekochten Zitronen halbieren und eventuell vorhandene Kerne herauslösen. In einem hohen Rührbecher pürieren.

Die Schale einer ungekochten Zitrone fein abreiben.

Eier dick cremig aufschlagen. Gemahlene Mandeln, Zucker, Vanillin-Zucker, Salz, abgeriebene Zitronenschale und Backpulver vermischen und mit dem Zitronenmus unter die Eicreme heben. Eventuell einen guten Schuss Limoncello dazugeben.

Entweder in vier gefettete, mehlierte 250 ml-Weckgläser oder in 5 gefettete 200 ml-Küchleinformen oder in eine gefettete, mehlierte Springform geben. Ich verwende Kokosöl und statt Mehl feine Kokosraspel. Bei 150 Grad Heißluft circa 40 bis 45  Minuten backen und auskühlen lassen.

Wenn ihr die Kuchen im Glas aufheben wollt, verschließt ihr sie direkt, wenn sie aus dem Ofen kommen.

Sonst den bzw. die Kuchen abkühlen lassen. Die Schale der zweiten ungekochten Zitrone fein abreiben. Weiße Kuvertüre schmelzen und auf den Kuchen applizieren. Mit abgeriebener Zitronenschale bestreuen … und genießen!

 

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