Trotz Kochbuch-Overkill: Estragon Aioli

Letzten Samstag ist es wiedermal passiert.

Wir wollten abends Sardinen grillen und vor meinem geistigen Auge manifestierten sich dazu eine kräftige Aioli und mediterranes Grillgemüse als Beilage.

Dummerweise hatte ich schon lange keine Aioli mehr gemacht und mir war komplett entfallen, welches Rezept ich das letzte Mal benutzt hatte. Und so stand ich wieder einmal paralysiert vor meinen viel zu vielen Kochbüchern und begann, ein Aioli Rezept zu suchen.

Letztlich ist es dann eine mutierte Version von Ottolenghis Estragon-Aioli geworden. Das passte gut, denn ich habe nicht nur zu viele Kochbücher im Regal, sondern  auch zu viel Estragon im Kräuterbeet.

Damit ich beim nächsten Mal Aioli-Bedarf nicht wieder ewig nach einem erprobten Rezept suche, kommt dieses außerordentlich delikate Rezept jetzt direkt hier in den Blog.
Vielleicht trenne ich mich bei Gelegenheit auch einmal von ein paar Kochbüchern …

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Knobaluchzehen auf Holz

ESTRAGON-AIOLI

1 Eigelb (Zimmertemperatur)

1 kleine Knoblauchzehe, zerdrückt

1 1/2 EL frisch gepresster Bio-Zitronensaft

1 TL Orangensenf (oder normalen Dijon-Senf)

150 ml Olivenöl

Meersalz

Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

2 EL klein gehackter Estragon (oder andere Kräuter – optional)

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Eigelb, Knoblauch, Zitronensaft, Senf, Salz und Pfeffer mit einem Schneebesen verrühren. Öl schrittweise in einem dünnen, gleichmäßigen Strahl zugießen und mit dem Schneebesen sorgfältig einrühren bis eine cremige, mayonaiseartige Masse entsteht. Dieser Emulgationsvorgang ist der Clou beim Mayonaise-Herstellen. Zum Schluss vorsichtig den gehackten Estragon unterheben.

Die Schneebesen-Methode ist der Klassiker. Wer keine Lust auf Oberarmtraining hat, kann auch eine Küchenmaschine oder einen Stabmixer mit Schneebesen-Aufsatz nutzen.

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Die Aioli am besten schon ein paar Stunden vor dem Essen zubereiten. Dann zieht sie schön durch und das Estragon-Aroma entfaltet sich besser. Wer keinen Estragon mag, lässt ihn einfach weg oder ersetzt ihn durch andere Kräuter.

Viele Aioli-Rezepte (so auch das Original von Ottolenghi) nutzen übrigens eine 50:50 Mischung aus Raps- oder Sonnenblumenöl und Olivenöl, damit der Geschmack des Olivenöls nicht zu stark durchschlägt. Nachdem ich mich mal ein wenig mit Fetten beschäftigt habe, esse ich allerdings außer Oliven- und Kokosöl so gut wie gar keine anderen pflanzlichen Öle mehr. Sie oxidieren extrem schnell und führen dadurch zu Entzündungen im Körper. Außerdem haben gerade Sonnenblumen- und Rapsöl einen hohen Gehalt an Omega-6-Säuren, von denen wir sowieso schon zu viele zu uns nehmen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn ihr auf kräftigen Olivenölgeschmack steht, nehmt einfach euer normales Lieblingsöl. Sonst ist ein sehr mildes Olivenöl eine gute Alternative.

Dieses Ailoi-Rezept ist übrigens 100% Paleo. Ich schreib’s nur, weil Paleo offenbar schwer im Trend liegt, wie ich aus den Zugriffszahlen auf meinen umwerfenden Paleo-Schokoladenkuchen herauslese 😉

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9 Kommentare zu „Trotz Kochbuch-Overkill: Estragon Aioli

  1. da bin ich tatsächlich so erfolgreich blog-abstinent, dass ich diesen Beitrag hier erst jetzt finde. Warum ich ihn jetzt finde? weil ich Dein wunderbares Mandorlini-Rezept last Minute ausprobieren möchte…

    aber zurück zum Aioli. Die Sardelle hat bestimmt gleich doppelt lecker geschmeckt 🙂

    Kochbücher-ausmisten tut nur am Anfang weh, dann ist es ungemein befreiend. ich erlaube mir nur noch ein schmales Billy-Regal 😉 da musste zuletzt einiges, in das ich noch nie reingeschaut geschweige denn daraus gekocht habe, ausziehen.

    und aus guter alter Tradition: mein Lieblingsbild ist das mit dem Knoblauch pur. so wunderschön rustikal.und toll ausgeleuchtet, wenn man sich den kleinen Riss in der Knoblauchknollen-Haut anschaut.

    ich hoffe Dir geht es gut, liebe Jana!

    viele Grüße, Natalie

    1. Liebe Natalie, schön von dir zu hören 🙂
      Wie unschwer zu übersehen ist, bin ich in letzter Zeit auch eher blog-abstinent. Ich war im Urlaub und auch sonst viel unterwegs und hatte so viele Fotografien zu sichten und zu bearbeiten (allerdings eher Natur + Landschaft als Food), dass ich in den letzten Wochen blogtechnisch total untergetaucht bin. Aber das sehe ich ganz entspannt 😉

      Im Herbst habe ich mir als erste Priorität das Ausmisten an allen Fronten gesetzt (man glaubt es kaum, aber jetzt muss es mal werden ;-)). Bei dieser Gelegenheit werden wohl auch ein paar Kochbücher dran glauben müssen.

      Ich freu mich trotz leichter Blogflaute riesig, wen du ab und an mal vorbeischaust und dich meldest. Vorerst wünsche ich dir viel Spaß mit den Mandorlini (Vorsicht akute Suchtgefahr) und ein tolles sonniges Wochenende.

      Liebe Grüße
      Jana

    1. Das mit der Avocado werde ich mal probieren. Da ich großer Guacamole-Fan bin, wird mir das sicher auch gefallen. aber dann vielleicht lieber mit frischem Koriander statt Estragon …

  2. Ich liebe Aioli, Jana, und sehe, wir haben auch hier wieder was gemeinsam: zu viele Kochbücher, aber naja, kann man zu viele Bücher haben? Mir geht’s leider auch manchmal so, dass ich dann vergesse, welches das richtige Rezept ist. Heute Abend koche ich südafrikanisch -aus meinem Lieblingskochbuch „Prickly pears and pomegranates“ und freue mich schon drauf. Schöne Bilder, schöner Beitrag – wie immer eine Freude, bei dir reinzuschauen!

    1. Danke, liebe Annette … es ist auch mir wie immer eine Freude, mit dir zu kommunizieren 🙂 Nein, zu viele Bücher kann man eigentlich nicht haben. Und um meine Lieblingsrezepte bzw. die eigenen Kreationen nicht zu vergessen, gibt es ja diesen Blog 😉

      Dein Lieblingskochbuch gibt es bei amazon noch gebraucht. Habe es schon mal auf die Wunschliste gesetzt. Das zum Thema „weniger Kochbücher“ 😉

      Liebe Grüße ins Midi
      Jana

      1. Es ist mein Favorit, du wirst es nicht bereuen – bodenständig, aber raffiniert und unwiderstehlich. Habe eine besondere connection, weil die Autorin eine gute Bekannte ist. Alles Liebe!

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