Nix mehr gegessen hier, oder?

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Keine Sorge, es wird hier auch bald wieder was zu essen geben. Aber heute muss ich erst einmal was anderes loswerden.

Neben der allgegenwärtigen und doch für mich völlig zutreffenden Begründung „keine Zeit“, gibt es nämlich auch noch einen anderen Grund für die Funkstille hier am Blog.

Ich habe mich mächtig erschrocken.

Vor etwa einem Monat hatten wir liebe Freunde zu Besuch, mit denen wir uns eigentlich sehr gut verstehen. Das heißt nicht, dass wir in jeglicher Beziehung gleich gepolt sind. Unterschiedliche Auffassungen zu verschiedenen Themen waren für uns aber nie ein Problem. Wäre ja auch grottenlangweilig, wenn alle Leute gleich wären.

Aber an diesem Abend fand ich mich nach einigen Gläsern Wein plötzlich in eine hitzige Diskussion verwickelt. Das Thema war: Ernährung. Beziehungsweise das, was wir daran für richtig und für falsch hielten. Da ich eher der kohlenhydratarmen, aber (tierisches) Protein schätzenden Fraktion angehöre (ich sage nur: Paleo) und unsere Freunde der fleischarmen bzw. komplett fleischlosen, gab es freilich reichlich Zündstoff.

Ich habe tonnenweise Bücher zu diesem Thema gelesen und ging gut munitioniert ins Rennen. Bis ich plötzlich merkte, dass hier was komplett falsch lief. Wir gebärdeten uns wie religiöse Fanatiker, die ihre Glaubenssätze runterbeten. Glaubenssätze, die wir – wie religiöse Fanatiker auch – nur bedingt oder überhaupt nicht selber überprüfen können.

Und das mir! Ich bin eigentlich ziemlich allergisch gegen ideologisch hirngewaschene Leute und jetzt führe ich mich selbst so auf. Dabei bin ich im Alltag bei der Umsetzung meiner theoretischen Erkenntnisse alles andere als fanatisch. Da lebe ich doch eher nach dem 80-Prozent-sind-perfekt-genug-Ansatz.

Jedenfalls hat mich das Ganze sehr nachdenklich gemacht.
So eine krampfige missionarische Besserwissertante wollte ich doch nie werden.

Deshalb haben mir dieser und dieser Artikel – übrigens erstaunlicherweise ausgerechnet auf der Urgeschmack-Website von Felix Olschewski – auch sehr gefallen. Andererseits haben sie mich noch nachdenklicher gemacht 😉 Ich kann die Lektüre jedenfalls allen, die sich (zu) viele Gedanken über gesunde Ernährung machen und vielleicht auch schon (zu) glühende Anhänger des einen oder anderen populären Ernährungstrends sind, nur empfehlen.

Damit jetzt keiner glaubt, ich hätte während der letzten Wochen nur gearbeitet oder übers richtige Essen nachgedacht, gibt es hier noch einen Frühlingsrückblick in Bildern. Ich wünsche euch schöne Pfingsten und verspreche euch, dass hier in Kürze auch wieder was Leckeres zu essen serviert wird.

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Die Baumblüte fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue – ob auf meinen Lieblings-Streuobstwiesen im Siebengebirge oder bei uns im Garten.

Apfelblüten

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Quittenblüte

Völlig verschossen bin ich auch immer in das unglaubliche Blau der Vergissmeinicht. Leider lösen sich die blauen Wölkchen bereits wieder auf.

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Vergissmeinicht

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… und lichtdurchflutete Buchenwälder mit ganz frischem zarten Grün sind ein weiterer Frühlings-Glücklichmacher für mich

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7 Kommentare zu „Nix mehr gegessen hier, oder?

  1. Liebe Jana,

    ich glaube das bei der Ernährung ist: ob Laie oder Profi – wir wissen viel, aber nicht alles. Einzelne Faktoren werden immer isoliert betrachtet und z.B. Deine Lebensumstände (siehe Urgeschmack-Artikel) werden nicht berücksichtigt oder oder oder… In meinem Freundeskreis erhalte ich öfter Kopfschütteln für meine Art der Ernährung und bei anderen Freunden denke ich dann wiederum, so kann man sich doch nicht ernähren!! Dann sehe ich mein Team auf der Arbeit: 10 Mädels – 15 Arten sich zu ernähren 😉 und dann die Fitness-Mädels, die Essen „tracken“, Kalorien und Makronährstoffe zählen…

    So nach und nach werde ich weniger rebellisch und kümmere mich lieber darum, was mir essens-technisch gut tut und schmeckt. (okokok, so nach und nach heißt, dass ich auch manchmal ins besser-wissen/hitzig-diskutieren verfalle… 😉 )

    Einen Artikel fand ich dazu übrigens besonders hübsch: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-studien-verwirren-beim-essen-statt-zu-helfen-a-842991.html

    >>> [Zitat] Was meine Nachbarin nie isst: Low Carb. Kohlsuppe. Vitaminpräparate. Sieben Gemüseeinheiten pro Tag (sie isst überhaupt keine Einheiten). Light-Produkte. Atkins? Montignac? Brigitte? Nie gehört! Das Geheimnis meiner Nachbarin kann man in Studien nicht ergründen. Aber vor allem kann man kein Geschäft damit machen. Es lautet ganz simpel: Maß halten. Essen, was einem gut tut, und nur so lange man hungrig isst. [Zitat Ende] <<<

    Das versuche ich mir zum Herzen zu nehmen.

    Liebe Grüße,
    Natalie

    PS: die Magenta-farbenen Knospen. Also, wenn ich ein Lieblingsbild aus diesem Artikel wählen müsste, wäre es das. Da ist noch alles drin: Vorfreude und Aufbrauch – Frühlingstau und Sommerankündigung.

    1. Liebe Natalie,
      ja, der Spiegel-Artikel ist hübsch, äußerst hübsch sogar. Die Dame von nebenan wird mir als Role Model mit jeder Minute sympathischer. Ihre offensichtliche ernährungstechnische Unaufgeregtheit gefällt mir und ich würde mit 84 auch gerne so drauf sein wie sie.

      Dass der Artikel von Jan Spielhagen kommt, wundert mich indes nicht. Obwohl ich weder ein echter noch ein unechter Mann bin, mag ich die BEEF sehr und Spielhagen hat auch im BEEF Steak-Buch ein Vorwort geschrieben, dass von erfrischend klarem Verstand zeugt.

      Mich selbst nervt der ganze krampfige und quasireligiöse Umgang mit Ernährung jedenfalls zunehmend – obwohl (oder gerade weil?) ich über eine ansehnliche Bibliothek zum Thema Ernährung verfüge.

      Ich denke, man sollte auf gute Qualität und das richtige Maß achten. Reichlich leckeres Gemüse essen. Und da mein Hintern nun mal leider in der Woche satte 8 Stunden pro Tag am Bürostuhl klebt, ist auch eine moderate Kohlenhydratzufuhr sicher nicht verkehrt. Und das wars eigentlich auch schon. Dass das Ganze auch schmecken und mir gut tun muss, versteht sich natürlich von selbst 😉

      Liebe Grüße, Jana

  2. Irgendwie habe ich diese Post verpasst, liebe Jana, bin aber froh, noch darauf gestossen zu sein. Vielen Dank für den herrlichen Frühlingsrückblick! Wir sind bald mit der ersten Rosenblüte durch, das Jahr rast mal wieder. Was die Vegetarier/Veganer angeht, so ist mir auch schon aufgefallen, dass die Ansichten äusserst fanatisch sein können. Eine Freundin von mir ist Vegetarierin, aber keine fanatische, dennoch meint sie man könne weiterhin Milch und Käse essen, indem man halt die Kühe melkt, denn Kälber gehören da ja nicht dazu. Hmmmm. Manchmal fehlt hier der Realitätssinn, da habe ich keine Worte mehr. Was der Sojaanbau dem Planeten antut, davon will auch keiner was wissen. Ich bin für weniger Fleischkonsum und einen respektvollen Umgang mit unseren vierbeinigen Freunden. Das ist wohl nicht utopisch. Biogemüse ist ein weiteres rotes Tuch für mich, denn ich habe einen Gemüsegarten und weiss, dass es ein rechter Kampf ist, das eigene Zeug durchzubringen und gegen Viecher aller Art zu verteidigen. Bio ist wirklich nur das, was ich selbst anbaue. Im grossen Stil ist das unmöglich. Tant pis. Wünsche dir ein schönes Wochenende 🙂

    1. Liebe Annette,
      den Eindruck, dass dieses Jahr mal wieder dahinrast, habe ich auch. Zum Glück kann man diese herrliche Zeit des Frühlingsbeginns mit der Kamera einfangen, sonst wäre sie jetzt schon wieder aus den Augen und aus dem Sinn.
      Was das Essen angeht, sehe ich das ähnlich wie du: Ich finde, es geht nicht darum, ob man Fleisch isst oder nicht. Es geht viel mehr darum, wie die Tiere behandelt werden – respektvoll als Lebewesen oder wie reine Industrieware. Wenn man nur Fleisch von anständig aufgezogenen Tieren kauft, isst man automatisch weniger – und bewusster.
      Für mich ist es jedenfalls akzeptabler gelegentlich ein Stück Weiderind zu essen als Milchprodukte von diesen armen gequälten Hochleistungskühen. Sicher muss die „Industrie-Kuh“ für den einen Joghurt nicht geschlachtet werden, aber dafür stirbt sie für den Joghurt ein bisschen und hat überhaupt nie etwas gehabt, wan man ein Leben nennen kann. Vom unsäglichen Umgang mit den Kälbern ganz zu schweigen. Von daher sind für mich Vegetarier, die darauf nicht achten, auch keine Tierfreunde. Und einige Veganer kippen aus meiner Sicht das Kind komplett mit dem Bade aus, wenn sie aus Tierschutzgründen völlig auf tierische Produkte verzichten. Man sollte lieber Bauern unterstützen, die ihre Tiere respektvoll und artgerecht aufziehen und dem Rest auf die Füße treten.
      Umso freudiger hat es mich auf unseren letzten Mountainbike-Touren durch den Westerwald gestimmt, viele schöne Weiden mit hübschen Kühen (ohne Rieseneuter) samt Kälbchen zu sehen. Natürlich musste ich mit jeder interessierten Kuhdame ein Shooting machen 😉 … das werde ich demnächst mal posten.
      Bei uns machen Sommer und Sonne leider gerade Pause … aber machen wir das Beste aus dem Wochenende 🙂

      Liebe Grüße
      Jana

  3. War das am Drachenfels? Sehr schöne Bilder! Und was das Ernährungsthema angeht: Ich denke, es ist schon wichtig sich da generell Gedanken zu machen. Aber es hat eben jeder seine eigenen, ich nenne es mal, Schwerpunkte. Richtig und falsch gibt es da für mich eigentlich nicht. Und wenn jemand mit TK Pizza und Tütensuppe glücklich ist (überspitzt formuliert) soll er damit glücklich sein, auch wenn das nicht meins ist. Missionieren bringt meiner Ansicht nach sowieso nichts. Man kann vielleicht ein bisschen anstupsen, erzählen über was man selbst sich so Gedanken macht, aber entscheiden muss das letztlich jeder selbst. Außerdem finde ich hat jeder das Recht seine Meinung diesbezüglich zu ändern. Wenn also jemand total auf dem low carb Trip war (oder andersrum) und dann auf einmal genau das Gegenteil macht finde ich das völlig in Ordnung solange derjenige damit glücklich ist. Letztlich muss man sich ja auch selber damit wohlfühlen 😉
    Liebe Grüße, Tring

    1. Ha, da spricht die Ortskennerin 😉
      Ja, zumindest einige Fotos habe ich bei der Drachenburg und im Nachtigallental gemacht, die anderen unterhalb des Ölbergs, wo es auch ganz tolle Streuobstwiesen gibt.

      Liebe Grüße
      Jana

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