Homegrown: Tonda di Chiogga Carpaccio

Frische Rote Bete

 

Wenn mir vor zehn Jahren jemand prophezeit hätte, dass ich tatsächlich einmal Rote Bete in meinem Garten züchten würde, hätte ich diese perverse Unterstellung weit von mir gewiesen.

ROTE BETE? NIEMALS!

Das Zeug habe ich (ebenso wie Rosenkohl) schon als Kind gehasst. Allerdings kannte ich damals Rote Bete nur in Form dieses unsagbaren eingelegten süßsauren Produkts im Glas. Damit kann ich heute immer noch nichts anfangen. Mit frischen roten Beten dagegen schon.

Es war ein guter Koch, der mich vor einigen Jahren eines Besseren belehrte: durch göttliche handgemachte Ravioli mit Rote-Bete-Ricotta Füllung und Mohnbutter. Irgendwann muss ich das mal bloggen. Wenn am Wochenende das Wetter wieder so schlecht ist, dass ich Lust habe, die Nudelmaschine auszupacken und den Liebsten zwecks deren Bedienung ausnahmsweise ins Kochgeschehen einzubinden.

Jedenfalls habe ich seither ein wenig mit Roter Bete herumexperimentiert und mag sie als Frischkäse-Aufstrich, Suppe, Auflauf, im Ofen geröstet … und wenn es sich um ganz frische handelt, auch als Carpaccio.

Die Tatsache, dass Rote Bete ausgesprochen fotogen sein können, ist an meiner Faszination für die roten Knollen natürlich nicht ganz unschuldig. Und ich muss zugeben: Nur deshalb habe ich Rote Bete selbst angebaut. Ich war einfach immer scharf auf diese tollen pink-weiß-geringelten Rübchen der Sorte „Tonda di Chiogga“, die man leider nur sehr selten bekommt. Aber selbst ist die Frau. Also habe ich im Frühjahr beim Dreschflegel e.V. ökologisch korrekten, echten Samen geordert und gewartet …

Vor einigen Wochen waren dann die ersten Ringelbete reif für einen Auftritt vor der Kamera … und danach als leckeres Carpaccio beim Abendessen.

Rote Bete Tonda di Chiogga

 

Tonda di Chiogga Carpaccio mit Schnittlauch-Sahne-Dip
(als Vorspeise oder kleine Beilage für zwei)

1 bis 2 junge Rote Bete der Sorte „Tonda di Chiogga“
2 Zweige frischer Majoran
Frischer Schnittlauch nach Geschmack
Borretschblüten für die Optik (optional)
Weißer Balsamico
Gutes Olivenöl
Meersalz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Schnittlauch-Sahne-Dip
4 EL Saure Sahne
Etwas frisch gepresster Zitronensaft
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer

 

Die Roten Bete schälen und sehr dünn schneiden. Falls ihr nicht gerade Suhsi-Meister seid, geht das am besten mit einem halbwegs brauchbaren Allesschneider (also dem Ding, dass man meistens nur als Brotschneidemaschine benutzt). Die Scheibchen auf ein oder zwei Tellern schön anrichten, mit etwas weißem Balsamico und Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Dann die Blättchen von den Majoranstengeln abstreifen und über den Roten Beten verteilen. Majoran und Rote Bete sind eine geniale Kombination, die ihr unbedingt ausprobieren solltet.

Für den Dip den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Die saure Sahne mit etwas frisch gepresstem Zitronensaft verrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Das Carpaccio schmeckt noch besser, wenn ihr es vor dem Essen ein paar Minuten durchziehen lasst. Dann aber bitte die Borretschblüten erst kurz vorm Servieren auf dem Carpaccio drapieren. Sonst verfärben sie sich beim Kontakt mit dem Essig.

 

Tonda di Chiogga auf Türkis

 

Rote Bete Tonda di Chiogga

 

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9 Kommentare zu „Homegrown: Tonda di Chiogga Carpaccio

  1. ach ja, hübsch sind sie die Rüben. und Deine hier gleich noch mal mehr. die haben sich schön zurecht gemacht für die Fotosession mit Dir.

    ich hab ja auch länger benötigt, um meinen Gaumen davon zu überzeugen. für mich ist das Highlight immer noch, wenn sie unter der Salzkruste gebacken werden. allerdings ein bissl mehr Aufwand.

    auf die Ravioli bin ich gespannt – das passende Wetter haben wir ja inzwischen 😉

    liebe Grüße, Natalie

    1. Liebe Natalie,

      ich musste doch gleicherst einmal auf deinem Blog das Rote-Bete-Salzkrustenrezept nachsehen 😉 … da man die Roten Bete während der zweistündigen Backzeit ja nicht pausenlos betüddern muss, hält sich auch der Aufwand in Grenzen.

      ich habe auch schon oft gelesen, dass rote Bete am leckersten sind, wenn man sie ca. 1 Stunde in Alufolie im Ofen bäckt. Die Salzkruste addiert aber sicher auch noch Geschmack hinzu…

      Werde wohl beides mal probieren. Rote Bete habe ich gerade auf dem Biomarkt erstanden.

      Liebe Grüße
      Jana

  2. Rote Beete lässt sich wirklich sehr vielfältig zubereiten und mir schmeckt sie immer. Dies Jahr habe ich auch ein paar bunte Sorten ausgesät, aber die schmecken mir nicht, ich werde mir mal deine Sorte notieren und nächstes Jahr ausprobieren, denn sie ist wirklich sehr fotogen. lg Marlies

    1. Die Tondas fand ich so frisch und zart als Carpaccio ziemlich gut. Gegart habe ich sie noch nicht getestet, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die richtig roten Sorten für viele Gerichte besser geeignet sind. Ich habe noch keinen face to face Vergleich gemacht, würde aber aus der Erinnerung sagen, dass die ganz roten aromatischer schmecken.

      Die Tondas sind zuallererst mal was fürs Auge, aber ich werde auch mal testen, wie sie sich im Ofen gebacken machen.

      LG
      Jana

        1. Tja, um die (meisten) Leute zum Kaufen zu bewegen, ist das Aussehen wichtiger. Und viele wissen ja gar nicht mehr, wie bestimmte Früchte und Gemüse eigentlich schmecken können.

          LG
          Jana

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