Sizilien fürs Auge 3 … und zum Anbeißen Mandorlini

 

Bevors ans Eingemachte bzw. Gebackene geht, hier noch als Einstimmung ein wirklich allerletzter Schwung sizilianischer Impressionen …

 

Was die Sizilianer so richtig gut können, sind Dolci.

Frühstück im südlichen Italien ist ja sonst eher so lala, aber die „Sicilian Breakfast Corner“ in unserem Hotel hatte es in sich. Wobei „Frühstücksecke“ zumindest aus meiner Low-Carb-geprägten Sicht nun nicht die treffende Beschreibung für ein veritables Kuchenbüffet mit leckerem Mandel-, Pistazien- und Orangengebäck ist.

Aber die sizilianische Sicht der Dinge ist ganz und gar nicht Low Carb. Schließlich gilt eine Granita di Mandorla mit einer Brioche als typisch sizilianisches Frühstück (Wir haben das natürlich als unwissende Touristen zur großen Erheiterung des Kellners am Nachmittag bestellt, aber lecker war’s trotzdem.).

Egal. Low Carb ist im Urlaub eh nicht und ein echter Foodie kann diese göttlichen Dolci einfach nicht verschmähen.

Jetzt ist der Sizilienurlaub schon lange vorbei und bevor es auch auf diesem Blog herbstlich wird, gibt es noch ein Rezept für sizilianisches Dolci Vita zuhause: absolut phantastische Mandorlini, die mindestes genau so gut sind wie die der Pasticcheria Chemi auf dem berühmten Corso Umberto in Taormina.

Das Rezept hat mir allerdings kein echter Sizilianer verraten, sondern Anne von Good Stuff by Anne. Natürlich habe ich es ein wenig abgewandelt, was aber diesmal eher aus Versehen passiert ist. Ich habe nämlich beim ersten Mal den kompletten Zucker (Puderzucker + brauner Rohrzucker) vergessen. Und die Mandorlini waren trotzdem klasse. Aufgrund dieser Erfahrung und weil ich es sowieso nicht so extrem süß mag, habe ich beim zweiten Mal nur den braunen Zucker genommen. Immer noch klasse. Aber mehr Zucker brauche ich definitiv nicht. Deshalb steht im Rezept hinter dem Zucker auch ein „optional“.

 

Mandorlini

 

Mandorlini

Zutaten für ca. 500 g:

200 g Marzipanrohmasse

100 g Puderzucker (optional)

75 g brauner Rohrzucker (optional)

150 g geschälte gemahlene Mandeln

25 g Mehl

1/2 TL Backpulver

1 Eiweiß

Ein dicker Schuß Amaretto

100 g Mandelblättchen

Puderzucker zum Bestäuben

 

So wird’s gemacht:

Den Backofen auf 180 ° C vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. In einer großen Schüssel das Mehl und die gemahlenen Mandeln mit dem Backpulver vermischen. Das Marzipan hineinbröseln und dann alle restlichen Zutaten hinzugeben.  Den Handmixer mit Knethaken bestücken und aus den Zutaten eine homogene Masse kneten. Erscheint euch der Teig zu trocken, einfach vorsichtig noch ein wenig Amaretto hinzugeben. Der Teig darf ordentlich klebrig sein.

Dann bereitet Ihr eine Schüssel mit Mandelblättchen vor und formt walnussgroße Kugeln, die anschließend in den Mandelblättchen gewälzt werden. Am besten funktioniert das, wenn ihr zwischendurch immer wieder die Hände mit kaltem Wasser anfeuchtet. So hängt der Teig nicht an den Händen fest und es bleiben viele Mandelblättchen an der Kugel kleben.

Die Mandelkugeln auf das Blech setzen und bei 180° C ca. 12 Minuten backen – die Oberfläche der Mandorlini sollte leicht gebräunt und aufgesprungen sein. Die noch warmen Mandorlini mit einer ordentlichen Portion Puderzucker bestäuben.

Einen solltet Ihr unbedingt lauwarm probieren. Die restlichen Mandorlini ziehen abgekühlt in ein schönes luftdichtes Glas ein. So halten sie sich über längere Zeit und sind immer bereit, euch zusammen mit einem Espresso zu einem Stückchen Dolce Vita zu entführen.

Hatte ich schon erwähnt, dass sich die Mandorlini vorzüglich als Geschenk eignen? Allerdings ist als Nebenwirkung eine rapide abnehmende Lust der Beschenkten zu verzeichnen, ihre Mandorlini mit irgendwem zu teilen.

 

Mandorlini

 

 

 

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15 Kommentare zu „Sizilien fürs Auge 3 … und zum Anbeißen Mandorlini

  1. Hach. Mandeln und Marzipan. Zusammen als Süßigkeit, und das lauwarm. Und dazu ein guter Kaffee… das wär’s jetzt. Weil ich aber so schnell keine selbstgebackenen Mandorlini (ich mag den Namen irgendwie 🙂 ) zaubern kann, begnüge ich mich mit deinen herrlichen Fotos. Viele Grüße!

    1. Danke, liebe Ju 🙂

      Wenn man nicht gerade im Büro sitzt, wo es sich ja tatsächlich schlecht bäckt, steht schnellem Manorlini-Genuss nichts im Wege. Wenn die süßen Dingerchen mit dem süßen Namen nicht so fix gehen würden, hätte ich sie ja nicht gemacht 😉

      Liebe Grüße
      Jana

  2. ach, wie immer, liebe Jana – so wunderschön die Bilder, so lecker das Gebäck.

    dass sie (bzw. Du 🙂 )ohne Zucker auskommen wundert mich bei den Mandorlini allerdings nicht – in der Marzipanrohmasse müssten ja mindestens 50 % Zucker enthalten sein.

    ich hab sie noch nicht gegessen, aber wenn ich mir vorstelle, wie sie schmecken, würde ich so ein Geschenk auch gerne annehmen … und anschließend nicht teilen wollen 😉 (nagut, eine vielleicht…)

    hab einen schönen Sonntagabend!

    1. Ja, die Marzipanrohmasse hat für ausreichend Süße gesorgt. Zum Glück, denn sonst wären die zuckerfreien Mandorlini ja gehörig in die Buxe gegangen 😉

      Wann hast du denn Geburtstag? Ich schicke dir gerne ein Manorlini-Päckchen zum ganz alleine essen.

      Liebe Grüße
      Jana

      1. liebe Jana,

        ich bin ein bißchen verlegen – denn so sehr mich Dein Angebot ehrt: eigentlich hatte ich mich nur auf Deinen Geschenkehinweis am Ende des Posts beziehen wollen und kein _fishing for presents_ betreiben wollen, zumal ich ungern zusätzliche Zeit von Deinem Konto stehlen wollen würde. da würde ich Dir fast noch lieber welche rüber schicken. wenn es ginge, Zeit in Briefe zu verpacken 🙂

        liebe Grüße, Natalie

  3. Ich schliess mich dem an! Die Fotos sind absolut fantastisch, da möchte ich gleich heim und die Koffer packen… darf ich zum Glück auch bald 🙂 Mandorli kannte ich bisher noch nicht, aber da ich eine grosse Schwäche für Mandeln und insbesondere Marzipan habe, bin ich mir ziemlich sicher, wie gut mir das schmecken würde 😉 Interessant auch, dass sie das anscheinend sogar ganz ohne Zucker tun…

    1. Danke, lieber Marco. Sizilien ist aber auch eine Steilvorlage für tolle Fotos.

      Die Mandorlini kann ich wirklich nur empfehlen – gerade wenn du Mandel- und Marzipanfan bist. Sie sind auch wirklich einfach zu machen, was ich hier nur erwähne, weil du immer erwähnst, dass du es mit dem Backen nicht so hast 😉

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