Rote Früchtchen mal herzhaft: Erdbeer-Vinaigrette

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Manchmal begreift man erst Jahre später, wie gut man es hatte.

Zum Beispiel ich in Sachen Erdbeeren.

Meine Eltern hatten früher in ihrem Garten ein paar Erdbeerbeete mit ziemlich guter Performance. So konnte ich während der Saison immer reichlich leckere Erdbeeren naschen und es gab Erdbeertorten, Erdbeer-Knietsch, Erdbeer-Quark und alles mögliche andere Erdbeerige bis zum Abwinken. Und das quasi zum Nulltarif. Mir wäre auch im Traum nicht eingefallen, mir Gedanken über Herkunft, Anbaumethoden, Pestitzidbelastung oder das Aroma zu machen. Schließlich wuchsen die Beeren ja vor meiner Nase, die Pflanzen kamen nur mit ganz natürlichem Dünger in Berührung und geerntet wurden nur reife, tiefrote Früchte, die immer ein gutes Aroma haben .

Das war alles so selbstverständlich für mich, dass ich es gar nicht richtig schätzen konnte.

Jetzt habe ich zwar einen eigenen Garten, aber der eignet sich leider nicht so gut für den Erdbeeranbau. Wobei „nicht so gut“ maßlos untertrieben ist. Sofern man nicht ein Herz für Nacktschnecken hat und Erdbeeren extra für die Schleimmonster anbauen möchte. Ich persönlich bin kein Nacktschnecken-Fan und die Biester haben mir schon so viele Pflanzen ruiniert, dass ich einfach mal auf die leidgeprüften Nachbarn gehört und das mit den Erdbeeren sein lassen habe.

Also muss ich Erdbeeren jetzt kaufen und weiß endlich zu schätzen, wie gut ich es damals hatte.

Was ich angesichts der begrenzten Verfügbar auch mehr zu schätzen gelernt habe, sind natürlich die Erdbeeren selber.

Und obwohl ein einfaches puristisches Schälchen frischer Erdbeeren ganz klar zu meinen Favoriten gehört, gehe ich auch etwas kreativer mit den roten Früchtchen um. Letztes Jahr war die orgasmische Erdbeer-Basilikum-Pfeffer-Eiscreme à la Annie Quinn Davis der große Wurf (die habe ich kürzlich wieder gemacht und finde sie nach wie vor umwerfend).

Dieses Jahr habe ich zum Beispiel Erdbeer-Vinaigrette für mich entdeckt, die ein wunderbar fruchtiges Aroma an leichte Sommersalate, aber auch an passendes Fleisch oder Mozzarella zaubert – und außerdem im Handumdrehen zubereitet ist. Angefixt war ich ja schon durch das Rezept in der „Einfach hausgemacht“, aber so richtig zum Nachmachen überzeugt hat mich im Restaurant dann ein Carpaccio mit Rucola, Erdbeervinaigrette, Pesto Genuese und Parmesan.

Wie immer war ich selbstverständlich nicht in der Lage, das Originalrezept unmodifiziert zu lassen.

 

Erdbeer-Vinaigrette

 

Hier ist meine Version der Erdbeer-Vinaigrette
(reicht für 2 große Portionen Blattsalate)

• etwa eine Handvoll Erdbeeren

• 1 EL weißen Balsam-Essig

• 1 EL gutes Olivenöl

• frisch gemahlenes Meersalz

• frisch gemörserter grüner Pfeffer

• 3 bis 4 Basilikumblätter, leicht zerrupft

 

Die Zutaten einfach im Mixer oder mit einem Stabmixer pürieren und fertig ist die Erdbeer-Vinaigrette. Wenn ihr mehr Vinaigrette braucht, müsst ihr euch an die benötigte Essig- bzw. Ölmenge herantasten. Lieber erst einmal etwas weniger und dann ggf. aufstocken. Schließlich soll die Vinaigrette ja in erster Linie nach Erdbeere schmecken.

Getestet habe ich die Vinaigrette schon mit Blattsalaten, zu besagtem Carpaccio und mit Hähnchenbrust – alles harmoniert prächtig mit dem Erdbeeraroma!

Also dann auf zum Markt (oder in den Garten) … und ein wunderschönes Wochenende euch allen!

 

Erdbeer-Vinaigrette

 

 

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17 Kommentare zu „Rote Früchtchen mal herzhaft: Erdbeer-Vinaigrette

  1. Wie gut kann ich das verstehen! Ich hätte ja sooo gerne Erdbeeren im Garten aber das klappt nicht so ganz. Zum Glück habe ich eine liebe „Omi“ (sie hasst das Wort, fühlt sie sich doch noch immer so jung. :D) die gaaanz viele schöne Erdbeeren hat. So fahren wir derzeit des Öfteren mal zu meinen Großeltern, naschen ein paar Erdbeeren und stauben auch noch die ein oder andere „Riesen-Zucchini“ ab. Yummy. Deine Erdbeer-Vinaigrette, liebe Jana, sieht köstlich aus und landet sogleich auf der bald mal „Nachmach-Liste“. (Mal ganz abgesehen von Deinen zauberhaften Bildern. <3)
    Allerliebste Grüße
    Sarah

    1. Tja, liebe Sarah, meine Eltern, die auch ganz viele schöne Erdbeeren, Zucchini und alles mögliche andere im Garten haben, wohnen leider einige hundert Kilometer weit weg – da ist leider nur ganz selten was mit Abstauben. Aber zumindest Zucchini habe ich dieses Jahr selbst angebaut. Die müssen allerdings noch ein bisschen wachsen 😉

      Endlich habe ich es auch geschafft, an deinem Knusper-Sommer-Blog-Event teilzunehmen. Ich habe zwar noch soooo viele andere Ideen, aber leider haperts gerade schwer an der Zeit zur Umsetzung.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit einem hoffentlich tollen, siegreichen Finale 🙂

      Liebste Grüße
      Jana

      1. Ach Jana, ich bin ja so froh, dass Du es geschafft hast und komm gleich gucken. 🙂

        Ich habe ja leider auch nicht immer die Möglichkeit, aber dann reicht auch der Gang zum Wochenmarkt. 😉
        Liebe Grüße
        Sarah

  2. was für eine schöne Idee. Und bestimmt auch mit anderen Frücht(ch)en 😉 nachbaubar. ich denke an Himbeeren aber auch Brombeeren… Johannisbeeren für die sauer-Fans.
    und für die Erdbeeren hier – an ein Spargel-Carpaccio, auch wenn das nun wohl bis zum nächsten Jahr warten muß.

    … und für das Eis: vorher die Erdbeeren mit Balsamico im Ofen rösten. Das müsste es noch mal intensivieren oder?

    ach, wie immer bleibst Du Dir treu: tolles Rezept, reichlich Inspiration und schöne Fotos.

    viele liebe, verspätete Grüße und Bewunderungs-Winker von
    Natalie

    1. Liebe Natalie, wie schön, wieder von dir zu hören 🙂 Ich hoffe, der Grund für deine Sendepause war ein wundervoller Urlaub und nicht irgendwelcher Megastress.

      Bei der Erdbeer-Vinaigrette bin ich natürlich auch im Geiste sofort „fremd gegangen“ und habe das Ganze schon mal mit anderen Früchten durchgespielt. Aber jetzt gilt es erst einmal, die letzten Züge der Erdbeersaison zu genießen.

      … Erdbeeren mit Balsamico im Ofen anrösten … hey, das ist Natalie, wie sie leibt und lebt 😉 Aber das werde ich unbedingt probieren (schmeckt sicher zur Not auch ohne das Eis ;-))

      Liebe Grüße
      Jana

      1. ach Jana – beides. ein wunderschöner Urlaub (das Allgäu! die Berge! ich wäre sooo gerne dageblieben :)) und Megastress auf der Arbeit (unser wichtigster Kongress hat diesen Monat Deadline…). Zur Zeit komme ich oft nicht mal dazu, den WordPress-Account zu öffnen – aber heute Mittag wollte ich dann doch mal wieder schauen, was Ihr so treibt und da hab ich Dein tolles Erdbeer-Rezept hier entdeckt.

        Welche Früchte wurden denn schon probiert?

        Liebe Grüße,
        Natalie

        1. Ach wie schön, das Allgäu! Bei schönem Wetter ist das wirklich traumhaft 🙂

          Den Stress kurz vor der Deadline wichtiger Event kenne ich. Deshalb mag ich Events nicht so und mache lieber Print oder Web 😉 Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut läuft und der Stress bald nachlässt 🙂

          Bisher habe ich die Vinaigrette nur mit Erdbeeren gemacht. Aber jetzt werden wohl bald weitere Früchtchen folgen. Ich halte dich auf dem Laufenden 🙂

          Liebe Grüße
          Jana

    1. Danke, liebe Annette 🙂 … auch für die Idee mit der Avocado. Erdbeeren und Avocado scheinen ja sowieso eine interessante Kombi zu sein, die ich mal näher unter die Lupe nehmen muss 😉

  3. Diese rote Farbe an sich ist schon ein Gedicht. Ich liebe auch Erdbeeren in „nicht-süßen“ Rezepten, im Salat einfach lecker, wir haben gerade unseren letzten Kopfsalat damit aufgepeppt, sieht gut aus und ist lecker, als Vinaigrette geht das genau so gut. Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal richtig gute eigene Erdbeeren, und du hast Recht, das ist unbezahlbar. Bei mir hat es etliche Jahre gedauert, bis das geklappt hat, die Jahr der letzte Versuch und nun wird es weiter gehen. Jetzt bin ich erst richtig auf den Geschmack gekommen. lg Marlies

    1. Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Erdbeer-Experiment, liebe Marlies 🙂 Mir war auch nie klar, welche Vorteile ein zwar langweilig-platter und waldferner, aber dafür fruchtbarer Garten wie der meiner Eltern hat – zumindest, wenn man was anbauen will.

      Na ja, man kann nicht alles haben. Aber zumindest Beeren, die an Sträuchern wachsen, gedeihen auch bei uns prima 😉

      LG Jana

      1. Ich habe mittlerweile meinen gesamten Küchengarten als Hochbeete angelegt, das klappt prima, die Erdbeeren allerdings nicht, die brauchen doch zuviel Fläche. Beeren werden bevorzugt von den Vögeln verspeist. lg Marlies

        1. Ja, Hochbeete wären wohl perspektivisch auch das Sinnvollste für meinen Garten. Vielleicht zeigst du, wenn du magst, mal ein Foto von deinen Hochbeeten in deinem Blog?

          Zur Zeit ziehe ich alles, was schneckengefährdet ist, in Töpfen, Behältern und Pflanzsäcken, die ich zur Not (z.B. bei Salat) auch noch hochstellen kann … und die Tomaten wachsen natürlich auch in Pötten – aber eher wegen des regengechützten warmen Platzes an der Hauswand.

          LG
          Jana

  4. Die Erdbeer-Vinaigrette habe ich im letzten Jahr schon auf einem anderen Blog entdeckt und war hellauf begeistert. Allerdings gefällt mir deine Variante mit zusätzlich Basilikum und grünem Pfeffer fast noch besser. Wird bestimmt demnächst verkostet 🙂 Genauso wie das entsprechende Eis soeben auf meiner Liste gelandet ist 😉

    Ich darf mich glücklich schätzen, Erdbeeren aus dem eigenen Garten geniessen zu dürfen. Ich weiss nicht, ob es nur mir so geht, aber so eine handgepflückte Erdbeere aus dem eigenen Garten schmeckt schlicht Meilen besser als die Ware aus dem Supermarkt, geschweige denn spanische Import-Beeren. Ansonsten bin ich allerdings noch mehr der Himbeer-Fan 🙂 Da geht’s ja auch bald los!

    Deine Fotos sind im Übrigen mal wieder schlicht genial! Ich wünschte ich könnte auch so tolle Qualität abliefern…
    Dir einen guten Auftakt ins Weekend, liebe Jana!

    1. Danke, lieber Marco 🙂 🙂 🙂

      Um deinen Erdbeer-Garten beneide ich dich wirklich. Aber zumindest Himbeeren wachsen auch in meinem Garten – keine Chance für die Schnecken, da dran zu kommen 😉

      Spanische Erdbeeren oder Supermarkt-Erdbeeren würde ich eh nie kaufen. Zum Glück gibt es hier reichlich Bauern mit eigenen Erdbeer-Feldern, bei denen ich meine Erdbeeren kaufe. Aber du hast schon recht: es geht nix über die handgepflückte Beere aus dem eigenen Garten!

      Dir auch ein schönes Wochenende,
      Liebe Grüße
      Jana

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