Handliche Osterklassiker: Mini-Möhren-Gugl

Angesichts von Extravaganzen wie im Ei gebackenen Osterküchlein, halte ich hier tapfer die Fahne des Bodenständig-Unkomplizierten hoch und zaubere keinen tieffliegenden handgedrechselten Osterhasen, sondern nur einen Oldschool-Osterklassiker in innovativer Größe aus dem Hut:

Mini-Möhren-Gugl.

Wobei es eigentlich eher Medium-Möhren-Gugl sind. Die echt kleine Mini-Gugl-Größe à Chalwa Heigl stellt meine ohnehin nicht riesengroße Küchengeduld nämlich schon arg auf die Probe. Die Dimensionen sind mir eindeutig zu homoöpathisch und das Getüddel beim Befüllen der Förmchen überschreitet deutlich meine Nerv-Schwelle. Ich mag ja kleine Kuchen, aber so ein bisschen handfest dürfen sie schon sein. Da sind die mittelkleinen Gugl einfach ideal. Hübsch anzusehen, praktische Portionsgröße und gut in der Handhabung. Also sind bei meinem kürzlichen Besuch im Kölner Kochhaus auch 6 schnuckelige Blech-Gugl-Formen der ca. 120 ml-Gewichtsklasse im Einkaufskorb gelandet.

 

Möhren-Gugl

Zum klassischen, karotten-haselnuss-basierten Möhren-/Karotten-/Rüblikuchen muss ich wohl nichts mehr sagen. Der ist einfach immer wieder kernig-saftig-lecker. Während des Backens – also ein wenig spät – kam mir nur die Idee, dass der ganze Spaß mit gerösteten Haselnüssen wahrscheinlich noch besser schmeckt. Hat das schon mal jemand probiert?

Was mir immerhin noch rechtzeitig vorm Verzehr des Kuchens zuzwinkerte, war die Flasche mit dem Frangelico. Man kann ihn in den Teig kippen (was fast zu schade ist), den fertigen Kuchen damit bepinseln, ihn einfach, wie es sich für einen Likör gehört, zum Karotten-Haselnuss-Gugl trinken oder alles zusammen. Es passt auf jeden Fall wunderbar.

 

Rezept für Mini-Möhren-Gugl
(reicht für 6 ca. 120 ml Gugl-Förmchen):

1 Bio-Zitrone
150 g Haselnusskerne, gemahlen
150 g Möhren
2 Eier
1 Eiweiß
150 g Zucker
Vanillezucker
70 g Mehl
3 TL Backpulver
Salz
abgeriebene Tonkabohne nach Geschmack

Geschmolzene Butter für die Förmchen

Ofen auf 200°C vorheizen. Förmchen mit der geschmolzenen Butter einpinseln. Damit erreicht man am besten alle Vertiefungen der Gugl-Formen.

Zitrone heiß waschen, abtrocknen und Schale abreiben. Eine halbe Zitrone auspressen. Möhren schälen, fein raspeln und mit dem Zitronensaft beträufeln.

Die Eier trennen. Eigelbe mit Zucker, Vanillezucker, Tonkabohnenabrieb, Zitronenschale und je einer Prise Salz und Zimt schaumig schlagen. Möhren und Nüsse unterrühren. Eigelbe steif schlagen.

Mehl mit dem Backpulver vermischen, auf die Eimasse sieben und mit einem Löffel unterrühren. Dann den Eischnee vorsichtig unterheben. Den Teig in die Förmchen füllen und die Gugl im Backofen auf der mittleren Schiene ca. 15 bis 20 Minuten backen.

Aus dem Ofen nehmen, auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.

Für die Dekomöhrchen kann man die fertigen von Dr. Oetker nehmen. Leider erfreuen die den Gaumen eines Marzipanliebhabers mal gar nicht. Alternative: Möhrchen aus Marzipan-Rohmasse und Lebensmittelfarbe selber bauen. Dafür braucht man ca. 100 g Rohmasse, orange und grüne Lebensmittelfarbe sowie minimale Begabung im Kneten irgendwelcher Dinge. Aber Möhrchen sind ja eine einfache Übung 😉

 

 

Möhren-Gugl

 

 

Möhren-Gugl

Sollte das Wetter zu Ostern doch noch picknicktauglich werden, sind die kleinen Gugl natürlich auch toll zum Verzehr im Grünen geeignet. Aber passt bloß auf, das euch der Osterhase, Nachbars Hund oder andere naschhafte Tierchen die leckeren Dinger nicht wegschnappen!

Mir ist sowas mal mit einem Schokoladenosterhasen passiert, den ich für den Liebsten versteckt hatte. Der Arme stand gerade mal 5 Minuten allein unterm Busch und schon wurde er offensichtlich von einer Horde Mäuse überfallen, umgeworfen und ordentlich am Ohr benagt.

Also immer dran denken: Süßes draußen essen ist schön, aber gefährlich 😉

seasonette_moehrengugl_5

 

Ich wünsche euch wunderschöne Ostern

… und kündige für nach Ostern schon mal massig rosarote Köstlichkeiten an. Bei mir rhabarbert es nämlich schon ganz mächtig, seit ich letzte Woche die erste Freilandware des Jahres erbeutet habe.

 

 

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18 Kommentare zu „Handliche Osterklassiker: Mini-Möhren-Gugl

  1. Ohh was für wunderschöne Fotos! Ich bin total hin und weg von dieser Frühlingsstimmung! Köstlich… Minigugl-Förmchen hab ich mir ebenfalls immer noch nicht geleistet, trotz extrem überzeugender Beiträge anderer Blogger (hallo Natalie! ;))
    … aber diesen mittelgroße Kompromiss… sehr charmant… Frohe Ostern!!

    1. Danke 🙂 🙂 🙂 … was die Gugl-Formen betrifft, würde ich ganz klar die mittelgroßen empfehlen (es sei denn, du hast genauso viel Geduld bei fummeligen Küchenaktionen wie Natalie 😉 )

  2. Keine handgedrechselten Osterhasen? Na so was! 😀 Deine Gugl sehen optisch granatenmäßig aus. Da kann Ostern ja kommen!

    Und ich bin völlig bei dir, dass diese Mini-Mini-Mini-Gugl zum Backen irgendwie zu fummelig sind. Deswegen haue ich da immer nur flüssige Schokolade für selbstgemachte „Pralinen“ rein – geht superschnell. Für richtiges Gebäck habe ich auch so ein 6-er Gugl-Blech, das ja dann doch eher eine vernünftige Muffin-Größe hat!

    Zauberhafte Ostertage!

    1. Tolle Idee, das mit der Schokolade. Dann steht die Mini-Gugl-Form wenigstens nicht sinnlos herum, denn das ich damit noch großartig backen werde, halte ich für eher unwahrscheinlich 😉

      Ich wünsche dir auch wunderschöne Ostern 🙂

    1. Ganz lieben Dank … natürlich auf fürs Folgen, das nach einem Blick auf dein äußerst verführerisches Blog jetzt schon auf Gegenseitigkeit beruht 😉

      Liebe Grüße und schöne Ostern
      Jana

  3. Ja, Natalies in Eierschale gebackene Osterüberaschung hat mich auch ziemlich beeindruckt! Aber gegen so einen Mini-Möhren-Gugl spricht ja nun wirklich auch nichts, die Fotos sehen richtig hübsch und einladend aus. Wann darf ich zum Kaffee kommen? 😉

    In meinem Heimatkanton (Aargau) hat die Möhre einen grossen Stellenwert. Er wird daher hier oft als „Rüeblikanton“ bezeichnet, Rüebli ist das Schweizerdeutsche Wort für Karotte. Hier hat jeder sein Geheimrezept für einen solchen Kuchen 😉 Aber mit Tonkabohne, da würdest du wohl sogar bei den Hardcore-Möhrenkuchen-Bäckerinnen punkten 🙂

    1. Auch wenn das Schweizerdeutsch für uns bisweilen unverständlich ist – den Begriff „Rüblitorte“ kennt hier auch fast jeder. Haben’s vielleicht gar die Schweizer erfunden? 😉

      Die hübschen Gugl auf den Fotos sind leider alle schon aufgegessen, aber ich werde sicher bald Nachschub backen 🙂

      Liebe Grüße und schöne Ostern,
      Jana

  4. da hatten sich die Mäuschen wohl sehr über das unerwartete Ostergeschenk gefreut 😉 man muß eben auf sein Essen aufpassen.

    ich würde Dir hier heute ausnahmsweise mal nichts wegessen. Das mit dem Karotten-Kuchen und mir, das wird nichts mehr. ich genieße da dann einfach Deine tollen Bilder. und ganz vielleicht klau ich Dir vom dritt-letzten Bild auch die Wachteileier, um sie mit Kuchenteig zu befüllen. Zum Glück hat die Natur sie schon für mich bemalt 😉

    liebe Grüße,
    Natalie

    1. Ja, die Mäuse von damals (falls sie noch leben) schwärmen sicher noch heute ihren Enkeln vom Osterhasenohr was vor 😉

      Dass du keinen Karottenkuchen magst, hatte ich auch so diffus im Hinterkopf. War wohl schon mal Thema in deinem Blog. Aber es gibt ja genug andere leckere Kuchen 🙂

      Die Wachteleier überlasse ich dir gerne, ich habe eine ganze Kiste davon. Aber in denen Kuchen zu backen, ist vermutlich wirklich die ganzn hohe Schule. Die zarten Schälchen gehen ja schon kaputt, wenn man sie nur scharf anschaut. Aber hübsch sind sie.

      Liebe Grüße und schöne Ostern,
      Jana

  5. Da geht es mir wie die, zu klein ist auch nichts für mich, da werde ich hibbelig. Außerdem brauche ich nachher etwas im Mund. Ich finde es oft gut, die Nüsse vorher zu rösten, aber manchmal vergesse ich es schlichtweg. Das Aroma kommt besser. Wollte jetzt auch noch zu Ostern vegane Rübli-Muffins machen, bin aber noch nicht ganz durch mit dem Ei-Ersatz, mal sehen. Wünsche dir jedenfalls schon mal schöne, fröhliche Ostern, lg MArlies

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