Gelb kommt auch gut: Zitronenküchlein

Ich habe einen klaren Hang zur Serientäterin.

Bloß gut, dass ich über null kriminelle Energie verfüge, sondern diesen Hang ganz und gar harmlos auslebe. Na ja, ganz harmlos ist er nicht immer. Gelegentlich schadet er nämlich meinem Kontostand. Wenn mir zum Beispiel eine Jacke oder Hose oder ein Shirt oder ein Paar Schuhe so gut gefällt, dass ich neben der „Initialversion“ dringend noch mindestens zwei oder drei andere Farbvarianten davon brauche.

Manchmal passiert mir das auch beim Kochen oder Backen.

So stellte sich mir kürzlich die Frage, ob statt Orange nicht auch Gelb oder gar Grün ganz gut käme. Genauer gesagt: Nach dem Verzehr des ersten genialen Orangenküchleins, lief in meinem Kopf das übliche Programm ab: ‚Wow, ist das gut. Wie es wohl mit Zitrone oder gar Limette schmeckt?‘

Was die Zitronen betrifft, kann ich einen erfolgreichen Test melden. Der Kuchen schmeckt natürlich anders als das Orangenoriginal, aber auf zitronige Weise ebenso so gut. Und die Zitronen riechen beim Kochen nicht so sockig wie die Orangen 😉

Und da es ja schon liebe Mitblogger gibt, die sich dezent über meine Kuchen-im-Glas-Manie amüsieren, habe ich kürzlich die Laden gewordene Versuchung jedes Foodbloggers aka Kölner Kochhaus aufgesucht und mich mit neuen Förmchen ausgestattet. Jawoll, liebe Natalie – den Zitronenkuchen gab’s nicht im Glas 😉

seasonette_zitronenkuchen_1

 

Hier kommt also der Orangenkuchen in Gelb:

Fruchtig-saftige Zitronenküchlein
(für 4 Weckgläser à 250 ml oder 5 ca. 200 ml Küchleinformen oder eine 20 cm Springform)

• 4 Bio-Zitronen
• 200 g gemahlene Mandeln
• 180 g Zucker
• 1 Packung Vanille-Zucker
• 1 Prise Salz
• 1/2 TL Backpulver
• 4 Eier
• ein großer Schuß Limoncello (optional)
• weiße Kuvertüre

Die Zitronen heiß waschen, zwei Stück im Ganzen (inkluisve Schale!) in einem
kleinen Topf knapp mit Wasser bedecken und bei schwacher Hitze zwei Stunden köcheln.
Herausnehmen und abkühlen lassen.

Den Backofen auf 150° C Umluft vorheizen.

Die gekochten Zitronen halbieren und eventuell vorhandene Kerne herauslösen. In einem hohen Rührbecher pürieren.

Die Schale einer ungekochten Zitrone fein abreiben.

Eier dick cremig aufschlagen. Gemahlene Mandeln, Zucker, Vanillin-Zucker, Salz, abgeriebene Zitronenschale und Backpulver vermischen und mit dem Zitronenmus unter die Eicreme heben. Eventuell einen guten Schuss Limoncello dazugeben.

Entweder in vier gefettete, mehlierte 250 ml-Weckgläser oder in 5 gefettete 200 ml-Küchleinformen oder in eine gefettete, mehlierte Springform geben. Ich verwende Kokosöl und statt Mehl feine Kokosraspel. Bei 150 Grad Heißluft circa 40 bis 45  Minuten backen und auskühlen lassen.

Wenn ihr die Kuchen im Glas aufheben wollt, verschließt ihr sie direkt, wenn sie aus dem Ofen kommen.

Sonst den bzw. die Kuchen abkühlen lassen. Die Schale der zweiten ungekochten Zitrone fein abreiben. Weiße Kuvertüre schmelzen und auf den Kuchen applizieren. Mit abgeriebener Zitronenschale bestreuen … und genießen!

 

seasonette_zitronenkuchen_th2

 

 

 

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19 Kommentare zu „Gelb kommt auch gut: Zitronenküchlein

  1. Sieht super lecker aus – habe eben kleine Zitronenküchlein gemacht, allerdings nach einem anderen Rezept, bin drauf und dran das in einen kleinen Post zu verpacken, dann sieht man auch Bilder 🙂

    1. Ganz lieben Dank 🙂 … Bin auch großer Zitronenfan und Mandeln statt Mehl nehme ich sehr gerne. Der Kuchen wird saftiger und Mandeln schmecken auch besser als Mehl. Und obwohl ich Kuchen für den Genuss und nicht für die Gesundheit backe, ist glutenfrei ja auch nicht übel.

      1. Stimmt, ich muss gesundheitlich auch nicht auf Mehl verzichten. Aber viele Kuchenrezepte, in denen gemahlene Mandeln oder Haselnüsse statt Mehl verwendet wird, schmecken einfach lecker nussig-saftig.

  2. als ich von Deinem Hang zur Serientäterin las und darüber die Zitronen sanft Tatwaffe sah, mußte ich schon ein bißchen schmunzeln.

    sicherlich eine Geschmacksbombe und zitronig-fruchtig-frisch.

    eine meiner besten Freundinnen backt im Übrigen auch jeden Kuchen im Glas – und das aus den gleichen Gründen wie Du. das war also mit Nichten ein dezentes-Lustig-machen, mehr ein liebes-necken. aber ich glaube/hoffe, das weißt Du sowieso 🙂

    und wenn wir schon bei Abwandlungen sind: Zitrone – check; Limette – macht Marco; wie sieht es mit Grapefruit aus?

    besonders toll, finde ich im Übrigen die Idee, die Form mit Kokosöl zu fetten und dann Kokosraspeln auszustreuen. das gibt sicher eine tolle extra Note

    1. Ha, ha … gut beobachtet, das mit den Zitronen und der Tatwaffe 😉 Die gelben Früchtchen würden das mit der Harmlosigkeit wohl ganz anders sehen.

      Das Glas-Necken habe ich natürlich so lieb verstanden, wie es gemeint war und die neuen Förmchen waren eh schon lange mein Begehr 😉

      Und nun zur Aufgabenverteilung: wenn Marco die Limette testet, bleibt für dich ganz klar die Grapefruit. Eigentlich die spannendste Aufgabe, denn mit Grapefruit habe ich noch nie gebacken. Aber Mut zum Ungewöhnlichen passt doch klasse zu deinem Blog 🙂

      1. ja, es fehlt nur noch das Kunstblut 😉

        leider muß ich passen, was den Grapefruit-Kuchen angeht. die Zitrus-Varianten müsstet Ihr abdecken. ich kann allergiebedingt leider keines der 3 Alternativ-Schätzchen essen. was ich in meinen Rezepten an getrockneter oder geraspelter Zitronenschale verwende, ist schon das höchste der Gefühle und wenn ich mal eine viertel Limette samt Saft verwende, dann straft mein Körper mich schon ab – nur kann ich’s nicht immer lassen, weil ich finde, dass dieser Geschmack nicht zu ersetzen ist…

        ich müsste mir also etwas harmloseres einfallen lassen wie Birne oder Mango oder Himbeeren oder Feigen (dann vielleicht mit gemahlenen Walnüssen im Kuchen statt Mandeln) oder Rharbarber oder Hagebutte… 😉

        1. Ha, ha … das Kunstblut spare ich mir für Halloween auf. Irgendwann muss ich doch mal diese Red Velvet Cupcakes machen. Da wird dann ordentlich gekleckert 😉

          Schade, schade, schade … das tut mir ja echt leid, dass du gerade gegen so leckere Dinge wie Zitrusfrüchte allergisch bist 😦

          Deine Alternativliste liest sich aber auch nicht übel. Ich bin gespannt, was du dir einfallen lässt 🙂

          Liebe Grüße
          Jana

          1. Auf die Halloween-Fotos bin ich schon jetzt gespannt! ich sehe einen Duschvorhang und ein Blut-verschmiertes Messer. auf dem nächsten Bild ein zerbrochenes Weckglas mit Kuchenkrümeln drin und dann einen massakrierten Kuchen, von dem nur noch Reste vorhanden sind… uhhh!! das wäre fast ne Fotostory.

            und ja, das mit den Zitrusfrüchten ärgert mich auch immens. viel lieber wäre ich gegen Pilze allergisch (wenn man schon allergisch sein muß). das wäre in meiner Welt wenigstens sinnvoll 😉

            1. Wow, bist du nicht vielleicht doch Drehbuchautor? Das Storyboard für Halloween ist ja schon beinahe fertig … mein Kopfkino läuft schon 😉

              Vielleicht machen wir ja ein Blogevent draus: der gruseligste Halloween-Post 😉

  3. Zitronen scheinen momentan in aller Munde zu sein! Und bitte nichts gegen Kuchen im Glas, ich möchte das schon soo lange mal endlich ausprobieren. Du scheinst da ja Expertin auf dem Gebiet zu sein 😉

    Deine Gedankengänge teile ich übrigens: wie die Küchlein wohl mit Limette schmecken würden? Müsste ich fast ausprobieren 😀

    1. Zitronen sind bei mir eigentlich immer angesagt. Ich liebe sie sowohl süß als auch in herzhaften Gerichten.

      Und natürlich bin ich die Letzte, die was gegen Kuchen im Glas hat … ganz im Gegenteil 🙂 Gerade wenn man nie so viel Kuchen auf einmal braucht, ist das ziemlich genial. Als schöne Nebenwirkung hat man immer eine Auswahl leckerer Kuchen im Kühlschrank. Einige Sorten werden nach einer gewissen Durchziehzeit sogar noch besser.

      Ich hatte eh schon die Idee, meine Glaskuchen-Rezepte in einer extra Kategorie zusammenzufassen. Das kann ich ja direkt mal machen, da hast du einen guten Überblick und reichlich Auswahl.

      Vielleicht startest du ja mit dem Limetten-Kuchen und gibst mal bekannt, wie es geworden ist? Aber große Sorgen habe ich da nicht, Limette kommt eigentlich immer gut und der Kuchen ist auch super für das Backen und Aufbewahren im Glas geeignet 🙂

    1. Das Rezept geht natürlich prima für Muffins. Da noch etwas Teig über war, habe ich sogar einen Testmuffin mitgebacken (Backzeit ca. 25 bis 30 min für normale Muffingröße) … Zitronen passen bei mir eigentlich immer, aber du hast schon recht: jetzt freut man sich besonders über das onnige Gelb 🙂

      LG
      Jana

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