Aromatisch-saftig-genial: Orangenkuchen

Meine Mama kann gut Kuchen backen. Weil die Erwartungen da naturgemäß ziemlich hoch sind und sie auch nicht zur Dramatik neigt, kommt es selten vor, dass sie mir ganz außer Atem von einer Neuentdeckung berichtet.

Als dies dann im Falle des hier bereits mehrfach erwähnten Orangenkuchens dann doch geschah und ich auch noch hörte, dass der Kuchen kein Mehl enthält, war  mir klar: Direkt am nächsten Wochenende muss ich diesen Kuchen ausprobieren.

Dass die Orangen eine zweistündige Vorbereitungszeit benötigen, hat mich ausnahmsweise nicht abgeschreckt. Denn die ganze Arbeit besteht nur darin, zwei Bio-Orangen zu waschen, in einen Kochtopf zu werfen und dann zwei Stunden leise simmern zu lassen. Geschenkt also. Was mich eher verwirrt hat, war der seltsame muffelsockenartige Geruch, den vor sich hin kochende Orangen verströmen. Aber lasst euch davon nicht abschrecken, das scheint normal zu sein.

Die Zubereitung des Kuchenteigs selber geht dann aber einzweifix … und das Ergebnis ist wirklich sensationell. Der Orangenkuchen hat es sofort in die Spitzengruppe meiner All-Time-Favorites geschafft. So herrlich aromatisch und saftig wie er ist. Und glutenfrei außerdem!

Ich habe den Kuchen wiedermal in vier 250 ml-Weck-Gläsern gebacken – aus praktischen Gründen und weil ich zwar zwei identische 28 cm-Springformen besitze, aber keine 20 cm-Springform, für die die angegebenen Mengen ebenfalls perfekt passen. Nachdem sich der Kuchen als so genial erwiesen hat, bin ich allerdings schnurstracks in das sehr verführerische Kölner Kochhaus marschiert und habe dort eine erworben. Nebst einigen anderen Dingen, die ich nicht auf dem Plan hatte. Aber das ist ein anderes Thema 😉

seasonette_orangenkuchen_hoch1

Und jetzt kommt pünktlich zum Wochenende das lange versprochene Rezept:

Fruchtig-saftig-genialer Orangenkuchen
(für 4 250 ml-Weckgläser oder eine 20 cm-Springform)

• 4 kernlose Bio-Orangen
• 200 g gemahlene Mandeln
• 180 g Zucker
• 1 Packung Vanille-Zucker
• 1 Prise Salz
• 1/2 TL Backpulver
• 4 Eier
• ein großer Schuß Grand Marnier
• weiße Kuvertüre

Die Orangen heiß waschen, zwei Stück im Ganzen (inkluisve Schale!) in einem
kleinen Topf knapp mit Wasser bedecken und bei schwacher Hitze zwei Stunden köcheln.
Herausnehmen und abkühlen lassen.

Den Backofen auf 150° C Umluft vorheizen.

Die gekochten Orangen halbieren und eventuell vorhandene Kerne herauslösen. In einem hohen Rührbecher pürieren.

Die Schale einer ungekochten Orange fein abreiben.

Eier dick cremig aufschlagen. Gemahlene Mandeln, Zucker, Vanillin-Zucker, Salz, abgeriebene Orangenschale und Backpulver vermischen und mit dem Orangenmus unter die Eicreme heben. Je nach Geschmack noch einen kräftigen Schuß Grand Marnier zugeben.

Entweder in vier gefettete, mehlierte 250 ml-Weckgläser oder in eine gefettete, mehlierte Springform geben. Ich verwende Kokosöl und statt Mehl feine Kokosraspel. Bei 150 Grad Heißluft circa 40 bis 45  Minuten backen und auskühlen lassen.

Wenn ihr die Kuchen im Glas aufheben wollt, verschließt ihr sie direkt, wenn sie aus dem Ofen kommen.

Sonst den bzw. die Kuchen abkühlen lassen. Die Schale der zweiten ungekochten Orange fein abreiben. Weiße Kuvertüre schmelzen und auf den Kuchen applizieren. Mit abgeriebener Orangenschale bestreuen … und genießen!

Ein wunderschönes Wochenende euch allen 🙂

seasonette_orangenkuchen_hoch3

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27 Kommentare zu „Aromatisch-saftig-genial: Orangenkuchen

    1. Herzlichen Dank. Freut mich sehr, dass dir mein Blog und meine Foto so gut gefallen 🙂

      Dein Fotoblog ist aber auch sehr schön (vor allem die Langzeitbelichtungen) und den Kochblog werde ich mir auch noch anschauen.

      Liebe Grüße
      Jana

  1. Habe mir gerade heute bei Promenade Claire ein Rezept für Orangenkuchen à la Nigel Slater ausgedruckt. Der wird morgen gebacken…demnächst kommt dann deiner dran 😉

    1. Der Nigel-Slater-Kuchen liest sich auch recht gut … werde ich auch mal probieren (ich suche sowieso gerade nach einem Vorwand, mir eine neue Backform zu kaufen, die mich letztens im Kochladen so schön angelacht hat) 😉

      Liebe Grüße
      Jana

    1. Tja, die Tätigkeit in der Küche hält immer wieder neue Erfahrungen bereit 😉 … und, wie hat dir das Endergebnis (also der Kuchen) gefallen?

      PS: Wenn meine Mama nicht so geschwärmt hätte, wäre ich in der Muffelsocken-Phase ja eventuell unsicher geworden und hätte das Orangenkuchen-Experiment vorzeitig abgebrochen. Was ein echter Verlust gewesen wäre 🙂

          1. ich mache mir fast keine Sorgen. Das ist ja quasi ein mehrfach erprobtes Rezept 🙂

            was für eine schöne Idee. so ein Kaffeeklatsch klingt sehr verführerisch – vor allem weil auch die Sonne schon die ganze Zeit zu meinem Home Office-Fenster reinlacht. 🙂

      1. sie sind:
        super orangig!
        Ganz zarte Kuchen-Geschöpfe!
        Saftig-saftiger-am saftigsten!

        von der Konsistenz erinnern sie mich eher an Marzipan als an Kuchen. die gekochte, pürierte Orange würde ich nicht pur essen wollen – aber im Kuchen ist sie genial. Ich habe sie als Mini-Gugl gebacken. Hast Du schon mal Mini-Gugl-Formen ausgezuckert? was ne Arbeit! – aber ohne erhält man hinterher nur „Test-Material“ 😉 Erstaunt war ich, dass sogar die kleinen Mini-Gugl 45 – 50 Minuten Backzeit benötigen.

        Ich würde nächstes Mal noch etwas Zitrone mit dran geben – weniger Zucker hatte ich mich wegen der Konsistenz nicht getraut. … und sobald sie vollständig ausgekühlt sind, gehen sie auf Reisen. Hoffe sie überleben das. Ach, und ich hab den Saft der übrigen Orangen zu Guss verarbeitet. Sonst wären die bei mir nur rumgelegen. Jetzt wirbelt es in meinem Kopf, ob man wohl noch mehr Früchte so verarbeiten kann? Zitronen, Grapefruits, Limetten? Ach, wenn man nur mehr Zeit hätte…  (oh: und in meinem Fall die ganzen Zitrusfrüchte essen dürfte. Deswegen werden diese Freunde dann auch verschenkt, damit ich nicht zu viel davon esse)

        Danke – auch an Deine Mutter – für diese wundervolle Inspiration!

        Liebe Grüße,
        Natalie

        1. 🙂 🙂 🙂 … das freut mich sehr und den Dank werde ich an meine Mutter weitergeben 🙂

          Über andere Zitrusfrüchte habe ich auch schon nachgedacht, genauer gesagt über Zitronen. Weiß bloß nicht, was die Zähne bei so viel Zitronensäure sagen? Aber schmecken tät’s sicher gut. Vielleicht auch Zitrone-Limette … einen Versuch wär’s sicher wert 🙂

          Liebe Grüße und lass dir die Teilchen schmecken 🙂

          PS: Gugl habe ich bisher erst einmal gemacht, weil es so eine Höllenarbeit ist, den Teig da gescheit reinzuapplizieren. Und sooo ganz perfekt sind aie beim ersten Versuch auch nicht geworden. Der Gugl will anscheinend erobert werden 🙂

  2. Das sieht ja super aus, werde ich bestimmt vegan ummodeln! Habe heute auch gerade einen Orangenkuchen gebacken, kannst du bald sehen. Aber das Kochen der Orangen finde ich eine ausgesprochen interessante Idee, das mache ich nach!
    Ein schönes Wochenende, lg Marlies

  3. ich möchte 2 Ausrufe gleichzeitig machen:

    1. YEAH!! da ist er endlich, der lang ersehnte Orangenkuchen. und ich glaube Du hast nicht zu viel versprochen.

    2. Das ist GEMEIN! ich möchte jetzt loslaufen und Orangen kaufen gehen. hmmpf! 😉

    wie schmeckt das Mus aus den pürierten Orangen? Wie hat sich der Geschmack durch das Kochen verändert? Werden diese mit Schale püriert?

    Deine Küchlein sehen klasse aus.

    1. Danke, liebe Natalie 🙂

      … das Mus aus den pürierten Orangen schmeckt jedenfalls viel besser als die Orangen beim Kochen riechen 😉

      Und ja, sie werden mit Schale püriert.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende und viel Spaß beim Nachbacken (bin schon gespannt auf deine Modifikationen 😉

      Jana

      1. ich wollte gerade schreiben, dass mir nichts einfällt, was man hier besser machen könnte…

        naja, ich würde den Grand Marnier austauschen, weil ich den einfach nicht mag.

        aber das war’s auch schon. alles andere würde jetzt nur eine Trotz-aber-Du-kannst-gar-nicht-wissen-dass-ich-was-ändere-Reaktion 😉

        hab ein fabelhaftes Wochenende 🙂

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